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Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

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Weinzelmännchen

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragMi 20. Mär 2013, 09:52

Alas hat geschrieben: Den Abend und den folgenden Tag verbrachten wir zusammen, viel in Wolken.
Sie schenkte mir etwas: Meine Haut, vom einfachsten Kribbeln bis zur höchsten Wonne lernte ich kennen.
Und etwas Musik gab es auch:

1977 -> Brian Eno -> Before And After Science -> By This River

http://www.youtube.com/watch?v=SrZYP8SzlN8



Danke Alas!

Zunächst eine wunderschöne Geschichte, aber da oben (siehe das Zitat) ganz große Poesie. Und dazu noch eine saustarke Nummer von Brian Eno. Chapeau!
MvG
(Mit vinophilen Grüssen)

Daniel
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Alas

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragDo 21. Mär 2013, 21:10

Hallo Daniel!

Besten Dank für die Blumen! :)
Ist wohl etwas ungewöhnlich Wein auf diese Art zu 'verarbeiten'.

Gruß

Alas
wat den een sien uhl is den annern sien nachtigall
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Mr. Nebbiolo

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Freisa, Pricipiano

BeitragSo 19. Mai 2013, 17:30

Hallo Piemont Freunde,

heute verlasse ich die Nebbiolo Pfade mal kurz um die anderen roten Sorten im Piemont nicht ganz zu vernachlässigen ;) .

Ich habe eben geöffnet einen

2011 Freisa "Chila" - Ferdinando Principiano

Farblich ein sehr dunkles, klares Rubinrot. In der Nase Blaubeeren, Heidelbeeren, Gewürze und eine gewisse Herbe. Am Gaumen dann auch dunkle Beeren, spürbares Tannin, herb, etwas nachtrocknend; spürbare stützende Säure, ein mittlerer Körper und ein ebensolcher Abgang.

Ich habe nicht wirklich Erfahrung mit Freisa, möchte ich auch nicht jeden Tag trinken, macht aber durchaus Spaß und ist auf alle Fälle interessant und nicht einsilbig. Erinnert mich an sehr gute, trockene Lambrusco und auch an Beaujolais Grand Cru, bzw. eine Mischung aus diesen beiden Weinen.

Will ich auf alle Fälle weiter probieren, denn dieser hier ist sehr gut und wohl auch ein konzentrierter Vertreter seiner Art.
Grüße

Klaus
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Mr. Nebbiolo

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 19. Mai 2013, 17:47

Als zweiten Wein des Abends (und auch für morgen Abend ;) ) gibt es ebenfalls eine piemonteser Sorte, die ich (zu) selten trinke.

2012 Grignolino d`Asti - Braida di Giacomo Bologna

Farblich deutlich heller und klarer, als der Freisa. In der Nase hellfruchtiger, eine schöne Süße - Herbe Kombination, etwas Himbeeren, frisch und doch auch etwas vegetabil, also durchaus vielschichtig.

Am Gaumen dann eine ordentliche Portion Tannin, Herbe und auch kräftige Süße, ein schlanker Körper, milde Säure, hellbeerig, auch etwas trocknend am Gaumen, feingliedrig mit einem recht langen Abgang.

Der Wein sollte etwas kühler getrunken werden, ist sicher ein guter Essensbegleiter (werde ich bald sehen :D ) und auch spannend und recht vielschichtig. Ich probiere immer wieder, weil ich den Wein nicht richtig einordnen kann, dann fehlt doch schon einiges aus der Flasche (das nennt man dann wohl trinkig ;) :D )

Auch wieder ein spannender Wein, den ich auf die Liste der Sommerweine nehmen muss. Vielleicht beschäftige ich mich im Rotweinbereich ab sofort nur noch mit Piemont ;) :D 8-)
Grüße

Klaus
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olifant

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 19. Mai 2013, 21:28

Sag ich doch, Grignolino ... ;) mag ich
Grüsse

Ralf
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Créot

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragMi 30. Okt 2013, 14:41

Weiter oben hatte Wolf einen Nebbiolo von Marco Porello von 2009 und war nur mäßig begeistert. Jetzt habe ich die erste Flasche des Roero Torretta von 2008 aufgemacht und fand den Wein sehr gut.
Bereits am Vorabend hatte ich einen Langhe Nebbiolo 2008 von Burlotto aufgemacht - sehr gut, aber leider nichts notiert, weil meine Flamme den Wein auch gut fand und zwischenzeitlich still und heimlich ausgesüffelt hat :o. Deshalb habe ich dann auch gleich den Porello entkorkt.
Der Porello hatte einen deutlich anderen Stil als der Burlotto: dunkler erdiger, mehr Fleisch und Kraft, süßere Frucht und weniger Säure. Sehr akzentuierte Nase mit schöner Erdigkeit und Kirsche. Sehr floral. Schön duftig. Am Gaumen toll balanciert, genug Frische, noch ein Hauch feinkörniges Tannin. Schöne Süße mit einem Hauch Rassigkeit. Schöne Länge. Bleibt sehr gut haften. Sehr delikat. Immer noch auf der eleganten Seite, wenn auch mit mehr Kraft als der Burlotto. Lässt sich jetzt gut trinken, wird bestimmt aber auch noch 3-4 Jahre besser. Am zweiten Abend noch etwas dichter, die Extraktsüße kam noch deutlicher hervor. Jetzt vielleicht eher solo als zum Essen zu trinken.
Der Burlotto war dagegen deutlich hochtöniger, schlanker, mit der deutlicheren Säure von roten Johannisbeeren. Den Burlotto hatte ich schon einmal vor 2 Jahren. Da war der ganz klar noch nicht so gut beisammen. Da hatte ich einen eher disharmonischen Eindruck, die Säure noch zu spitz und nicht eingebunden.

Fazit: Beide Weine waren sowohl solo als auch zum Essen sehr gut, auch wenn ich den Burlotto eher als Tischwein ansehen würde, während der hedonistischere Porello auch alleine eine sehr gute Figur macht. Ich glaube, dass die 5 Jahre beiden Weinen sehr gut getan haben und bei einem guten Jahrgang (und natürlich einem guten Produzenten) sich diese Zeit auf jeden Fall lohnt. Und da beide Weine am zweiten Abend besser waren als am ersten würde ich beiden Weinen auch noch 3-5 Jahre Entwicklung zugestehen. Letztlich dachte ich, dass ich zu wenige "einfache" Nebbiolos im Keller habe. Sie können, wenn man ihnen etwas Zeit gibt den Eindruck eines kleinen Barolos oder Barbarescos vermitteln und das für angemessenes Geld. Auf jeden Fall hat man hier etwas deutlich anderes im Glas als bei den Discounter-Baroli (gut, die sind auch noch ein Stück billiger, bringen es aber nach meiner Erfahrung überhaupt nicht).

Grüße
Stefan
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Trinkfreude

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragFr 29. Nov 2013, 14:16

Hallo zusammen,

nach einigen früheren punktuellen Einblicken in die Freuden von Gattinara und Ghemme (ausgelöst durch einen Collis Breclemae 1990 in einem Stuttgarter Restaurant) sowie einem kurzen Spontanbesuch in der Gegend wollte ich diesmal noch etwas weiter links und recht schauen und bin diesmal in der Region Boca (nördlich von Ghemme, noch höher gelegen) fündig geworden. Zu dem Weingut gibt's auch eine schöne Geschichte... Schweizer Weinhändler entdeckt vergessene Anbauregion mit großer Geschichte, schwatzt einem aus Altersgründen aufhörenden Weinbauern seine Weinberge ab, erweitert diese Stück um Stück und bringt Boca schrittweise wieder ins Bewußtsein der Weinwelt.

Le Piane, Boca, 2006

Ganz auf Eleganz gesetzt, vielleicht noch einen Tick schlanker als die mir bisher bekannten Nordpiemontesen, aber keinesfalls dünn. "Sehnig" trifft es vielleicht. Kräftige, aber reife Säure. Schöne Balance, trinkig. Langer Abgang, momentan noch adstringierend - klar, der Wein ist ja auch viel zu jung. Neben den sortentypischen Fruchtaromen, die ich wie immer nicht näher benennen kann (übrigens auch nach Belüftung recht zurückhaltend), fällt mir eine ganz leichte blättrige Note auf - normalerweise mag ich das nicht besonders, aber hier ist sie so dezent, dass sie einfach nur zur Komplexität beiträgt und nicht stört. Das einzige, was mich ein wenig stört: Die Gerbstoffe sind vielleicht ein klein wenig zu stark extrahiert. Ein klein wenig bitter darf ein Nebbiolo aus dieser Ecke durchaus sein, aber hier ist es mir persönlich etwas zu viel. Eine etwas leichtere Hand hätte dem Wein mehr Charme geschenkt. Auf jeden Fall aber eine schöne Entdeckung, 89+ Punkte ("+" = Potential nach oben mit weiterer Reife - mein Gefühl sagt, der wird in vielleicht 5 Jahren noch schön aufgehen) und ich bin sehr gespannt auf die Jahrgänge 07 und 08, die auch darauf warten, erobert zu werden.

Viele Grüße
Jürgen
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olifant

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragMo 9. Dez 2013, 11:17

... vor kurzem im Glas ...

Podere dei Ginepri Gattinara 2001, Az. Vitivinicola Nervi - Gattinara

transparentes Granatrot mit leichter Ziegelroter Randaufhellung; anfangs zurückhaltende, mit Belüftung elegante Nase mit roten Kirschen / Pflaume, Veilchen und welken Rosen, würzige Erd- und Teernoten; am Gaumen mittelgewichtig, feinwürzige rote Frucht, Orangenschale, welke Blumen / Laub, erd- / teerwürzige und mineralische Anklänge, leichte Pilznoten, etwas Kakaopulver, komplex und elegant verwoben, griffige Reste von leicht sandigem Tannin, straffe Säure, tief und elegant; langer komplexer eleganter Abgang mit welker Frucht, etwas Tannin und animierender Säure - 17,5/20 op

Für mich ein wirklich eleganter Nebbiolo, jetzt auf dem Höhepunkt - und auch noch für für 1-2 Jahre auf diesem Niveau. Sicher nix für Powertrinker, die würden sich fragen ob dies überhaupt ein Rotwein ist ;) , der diametrale Gegensatz zu einem Gattinara von Travaglini.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Ghemme

BeitragDi 18. Feb 2014, 10:43

... die letzten 2 Tage im Glas ...

2004 Ghemme DOCG, Antichi Vigneti di Cantalupo - Ghemme

dunkles transparentes glänzendes Rubinrot, kleiner Wasserrand; intensiv gereift rotfruchtige Nase, welke Vegetale Noten (Rosen, Laub), Erde und Tabak; am Gaumen mit Kraft, Aromatik korrespondierend zur Nase, gereifte Frucht und welke Noten dominieren, dazu herbe würzige Noten (dunkler Tabak, Erde) und etwas Teer, reife dichte trockene Tannine, kräftige Säure schön gepuffert durch Extrakt, animierend, trocken, gewisse Tiefe; mittellanger - langer würziger Abgang dominiert von gereifter erdig-würziger Frucht und teerigen Noten, trocken - 16,5-17/20 op

Sehr eigenständig, schön und überraschend kräftig, sehr trocken aber nicht trocknend - zum Essen.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Ghemme

BeitragMi 5. Mär 2014, 10:12

... vor kurzem im Glas ...

2005 Ghemme DOCG, Antichi Vigneti di Cantalupo - Ghemme

dunkles transparentes glänzendes Rubinrot; rotfruchtige Nase, viel Moos und feuchter Waldboden, nur etwas welke Noten von Blüten (Rosen), dazu auch noch etwas Tabak; am Gaumen mit Kraft, Aromatik wie bereits beim 2004er korrespondierend zur Nase, jedoch dominieren vorallem moosige feuchte Unterholznoten, dazu harzige rote Frucht und herbe würzige Tabaknoten, samtige dichte trockene Tannine, Säure sehr schön eingebunden, animierend, sehr schöne Balance und Tiefe; langer würziger Abgang mit erdig-moosiger-würziger Frucht, trocken - 17/20 op

Trotz der etwas gewöhnungsbedürftigen Aromatik für mich einen Tick besser als das 2004er Exemplar.
Grüsse

Ralf
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