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Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

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Mr. Nebbiolo

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Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 21. Nov 2010, 10:36

Hallo Freunde des Piemont,

neben den Gebieten der Lange (Barolo und Barbaresco) gibt es sehr viele Entdeckungen in den anderen Gebieten des Piemont zu machen.

In Ghemme, einem sehr alten Weinanbaugebiet, entstehen neben einigen anderen, teils autochtonen Rebsortenweinen, viele Nebbiolo. Diese sind nicht immer 100 % aus Nebbiolo, sonder haben kleine Zusätze andere Sorten.

Ein sehr traditionelles Weingut der Ghemme ist Antichi Vigneti di Cantalupo, von dem ich schon einiges an Wein getrunken habe.

Gestern gab es folgendes Exemplar:

Signore di Bayard 1996 - Cantalupo


Ein Wein ,mit nur 12,5 % Alkohol, der klassisch im großen Holzfass ausgebaut wurde.

Eine VKN habe ich nicht geschrieben, aber in der Nase gab es erdige und florale Noten, die Früchte, die ich nicht zuordnen konnte waren riechbar aber schon sehr reif.

Am Gaumen dann ein sehr ausgewogenes Säure, Süße und Tanninspiel, mit Noten von feinen, eingelegten Kirschen, Blumen, Wiesen und Wald. Ein Wein mit eher schmalem Körper, elegant mit mittlerem Abgang.

Solche Weine sind sicher nicht jedemans Sache, da sie extrem fein und zurückhaltend sind. Ich habe auch lange probiert und nachgedacht, ob dieser Körper nicht zu gering für einen wirklich guten Wein ist, ob nicht mehr kommen müsste und habe mich mit dem Wein beschäftigt und mich mit meiner Frau darüber unterhalten. Natürlich haben wir nebenbei gegessen und ich wusste spätestens dann, dass mir der Wein schmeckt, dass er interessant ist, als ich mir ein weiteres Glas einschenken wollte und das nicht ging:

Der Wein war leer :oops: :geek:

Gibt Anlass darüber zu sprechen, ist sehr trinkig und begleitet das Essen wunderbar. Damit ist alles klar, ein sehr guter Wein :D

Müsste ich Punkte geben, wären es vielleicht 87/ 88.


Grüße


Klaus
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Klaus
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Mr. Nebbiolo

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 28. Nov 2010, 13:58

Hallo,

am Freitag in Brixen getrunken:

Roero Nebbiolo "Rocche d`Ampsej" 2004, Matteo Correggia

Ein sehr fruchtbetonter Nebbiolo, der aber auch einen kräftigen Körper, ordentlich Säure und Tannin aufweisen konnte. Meinen Mittrinkern hat er nicht so geschmeckt, da er ihnen für einen Nebbiolo zu fruchtig bzw. zu vollmundig war (Achtung, Kargweintrinker :geek: )

Ich fand ihn richtig gut, auch wenn er ein anderer Typ als die Nebbiolo ist, die ich sonst bevorzuge.

Eine ordentliche VKN kann ich leider nicht bieten, da wir mit essen und trinken voll beschäftigt waren :D :D


Grüße

Klaus
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Klaus
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Mr. Nebbiolo

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 5. Dez 2010, 10:10

Hallo Piemontfreunde (so viele sind es noch nicht :oops: ),

vorgestern habe ich mir folgenden Wein aus dem Roero geöffnet:


Mompissano 2006 - Cascina Ca`Rossa


Ist natürlich noch viel zu jung, aber schon antrinkbar. Da ich aber noch weitere Flaschen offen hatte, trank ich andere und wollte den Roero einen Tag später weiter trinken. Gesagt, getan, kam er dann gestern wieder ins Glas.

Komisch, eigentlich genau mein Nebbiolo Weinstil, aber ich kam irgendwie nicht damit zu recht. Er war auf eine gewisse Weise einfach sehr hart. Nicht unbedingt das Tannin, das kann ich, so glaube ich, gut einschätzen, sondern der ganze Wein war irgendwie hart.

Nicht das er schlecht wäre, aber er hat sich am zweiten Tag total verschlossen und in die Schmollecke zurückgezogen und das weit mehr, wie vergleichbare Exemplare. Mal sehen, ob es heute was wird, ansonsten muss ich mir ein reiferes Exemplar besorgen.

VKN und Punkte will ich nicht abgeben, da dies dem Wein im aktuellen Stadium sicher unrecht tun würde.


Grüße

Mr. Nebbiolo (der stattdessen mal Pic St. Loup und Riberra del Duerro trank)
Grüße

Klaus
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Mr. Nebbiolo

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 5. Dez 2010, 17:25

Nachtrag zum Mompissano 2006:

Wie gesagt, weiß ich, das der Wein weit von einer Trinkreife weg ist. Erist allerdings auch weit davon ebtfernt, mir Spaß zu machen. Die Tannine sind heute schon recht angenehm, die Frucht Nebbiolo typisch, die Säure angenehm und auch Struktur und Körper passen.

Das Problem aktuell ist, dass der Wein extrem austrocknet bzw. nachtrocknet. Ich habe nach jedem Schluck das Bedürfniss, etwas nachzutrinken :oops:

Ich werde den Wein in ein paar Jahren noch mal probieren, aktuell einfach kein Trinkspaß.


Grüße

Mr.Nebbiolo
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Klaus
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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 5. Dez 2010, 18:10

Mr. Nebbiolo hat geschrieben:Hallo Piemontfreunde (so viele sind es noch nicht :oops: ),


Hallo Klaus,

vielleicht werde ich ja noch ein Piemontfreund. Ich arbeite daran. ;) Derzeit lagert aber mein "ältester" Jahrgang (2004) noch im Keller und das sollte er wohl noch. Die nächste Lieferung wird aus 2006er (Barolo) und 2009er (Langhe Nebbiolo) bestehen. Zwar nichts aus den Thread-Regionen aber immerhin schon ein Anfang.

Bin am Dienstag Abend (Mittwoch haben wir Feiertag) bei einem Arbeitskollegen zusammen mit ein paar anderen, um reifere Sachen zu probieren. Ich "fürchte" aber, da gibt es nur BDX. Na, vielleicht haben wir ja Glück (ich versuche mal nachzuhelfen, indem ich das Stichwort morgen fallen lasse).
Servus
Wolfgang
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Mr. Nebbiolo

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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragSo 12. Dez 2010, 09:48

Hallo,

gestern gab es unter anderem


Lessona Riserva "San Sebastiano allo Zoppo" 1999 - Sella


Mein erster Kontakt mit diesem Weingut war auf alle Fälle positiv. Ein Wein, mit nur 12,5 % Alkohol, der genau das zeigt, was ich mir vom Nordpiemont erwarte.

In der Nase schon sehr reif, leichte Stall und Leder Aromen und getrcoknete Früchte. Am Gaumen dann ebenfalls Leder, erdige Aromen, Pilze und die Frucht eher verschwommen. Ein mittlerer Körper, Tannin und Säure sehr gut eingebunden, vielschichtig und trinkig mit langem Abgang.

Ein sehr interessanter Wein, mit dem man sich lange beschäftigen kann. Da muss ich mal ein junges Exemplar versuchen (gibt es nur nich an jeder Ecke :oops: )
Grüße

Klaus
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Re: Piemont - Roero, Monferrato und der Norden

BeitragDi 14. Dez 2010, 17:18

Hallo zusammen,


heute mal wieder Piemont im Glas :D

Ruche di Castagnole Monferrato 2008 - Crivelli


Bild


Sicher kein Wein für jeden Tag, aber sehr interessant und ich werde ihn im Sommer zum Grillgut probieren.
Grüße

Klaus
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olifant

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Gattinara

BeitragDi 1. Feb 2011, 10:03

... manchmal trinke ich auch was aus dem Piemont ...

Gattinara Riserva 1995, Travaglini - Gattinara

mittleres Rubinrot mit feinem Sediment, leichte Randaufhellung, minimal beginnende Ziegelrote Reflexe; Welke Rosen, Laub, nasser Teer, ...; am Gaumen ebenfalls vorallem welke flora Aromen (Rosen, Veilchen), Laub, Teer, etwas rote Frucht, feine Tannine die sich noch auf der Zunge adstringierend bemerkbar machen, trocken, gut integrierte stramme Säure, nicht ganz ausbalanziert, mit Luft auch erdig-tabkig-würzige Ferment-Komponenten; langer, leicht adstringierender Abgang mit guter Säure und interessanter Nachhall auf Teer und welke Rosen, etwas trocknend - 16,5/20 op

Vielleicht hatte sich diese Exemplar noch nicht ganz gefunden, vielleicht auch keine optimale Flasche.
Der wirklich verzaubernd subtilen Aromatik stand die teilweise fehlende Balance zwischen Tannin und Säure etwas in Wege. Kein Wein für Fruchtliebhaber, sondern für Nebbiolisti.
Grüsse

Ralf
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Mr. Nebbiolo

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Gattinara 1998 - Travaglini

BeitragSa 5. Feb 2011, 09:14

Hallo,

zu der von olifant getrunkenen Flasche passend, hatte ich gestern im Glas:

Gattinara 1998 - Travaglini

Das war nicht die Reserva, sondern die normale Version.

Ralfs Eindrücke finden sich so auch in diesem Wein, nur das Tannin war nur noch sehr wenig präsent, dafür war der Wein aber recht ausgewogen und hatte sich absolut gefunden ;)

Für mich jetzt auf dem Höhepunkt bzw. schon leicht abbauend.

Kein Wein für Fruchtliebhaber, sondern für Nebbiolisti


Das gilt natürlich auch für diesen Wein :D

Von mir gestern 16,0 / 88 Punkte und ordentlichen Trinkspaß
Grüße

Klaus
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olifant

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Ghemme

BeitragDi 15. Feb 2011, 09:50

... gestern im Glas ...

1990 Collis Carellae Ghemme Docg, Antichi Vigneti di Cantalupo - Ghemme

transparentes glänzendes Mittelrot, breiter Wasserrand, minimale Ziegelrote Reflexe; intensiv rotfruchtige Nase, etwas Rosen; am Gaumen Aromatik korrespondierend zur Nase, leicht mineralisch,mittelgewichtig, reife trockene Tannine, kräfige trinkige Säure, animierend; langer fruchtig dominierter Abgang, Säurnerv, trocken - 17/20 op

... einfach so ganz anders, erinnert entfernt an eleganten Pinot Nero.
Grüsse

Ralf
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