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Limoux(Cremant, Blanquette und Stillweine)

Pic Saint Loup, Montpeyroux, Faugeres, Minervois, La Clape, Fitou und Co.
Limoux und Umgebung von Carcassonne
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thvins

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Re: Limoux(Cremant, Blanquette und Stillweine)

BeitragDi 15. Feb 2011, 16:09

Hallo Matze,

da stehen mir fast die Tränen in den Augen, wenn ich mir den Katalog anschaue, wenn ich dann Rewe, Edeka und wie sie alle bei uns heißen zum Vergleich ranziehe... Da sind wir Deutschen nach wie vor arg gebeutelt.

Aber besten Dank für den Tipp, wenn ich mal wieder durch Belgien komme, werd ich Ausschau halten. Zumal ja sogar belgischer Wein dort schon im Angebot ist...

Und solche Dinge wie Sieur d´ Arques oder auch die angebotenen Schäumer der AOC Clairette de Die kann man kaufen, neben dem z.T. auch vorzüglichen Weinangebot, zwar sehr bordeauxlastig, aber was solls - da findet letztlich jeder was.
Beste Grüße

Torsten

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Dionisos

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Re: Limoux(Cremant, Blanquette und Stillweine)

BeitragDi 15. Feb 2011, 19:32

thvins hat geschrieben:
Übrigens Tom - zu den von dir probierten Weißen - die sind jung enorm schwierig zu beurteilen, trink mal eines der Teile im Alter von 5+ Jahren... Du wirst dich putzen!


Das glaube ich bei den verkosteten Chardonnays gerne. Die wirkten noch sehr jung und verschlossen.
Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken.
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ChezMatze

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Re: Limoux(Cremant, Blanquette und Stillweine)

BeitragDi 15. Feb 2011, 21:36

@ Torsten:

Ja, sieht toll aus! Obwohl, das ist natürlich der Online-Katalog (den sie bis vor kurzem nicht hatten), im Geschäft ist es dann doch etwas weniger spektakulär. Einen belgischen Wein bekommst Du da nicht. Aber, wie soll ich's anders sagen, ist halt auch sehr viel Reinzucht-Charakter drin bei den belgischen Tropfen.

Was aber zum Beispiel super ist: Albert Mann aus dem Elsass. Den würde ich aus dem Colruyt sofort mitnehmen (seine Weine natürlich...).

Die Belgier sind übrigens ganz große Bordeaux-Freaks, und zwar insbesondere im Bereich Crus Bourgeois und "Niederklassierte". Lustigerweise habe ich das Gefühl, dass man da einen Deal geschlossen hat: Bordeaux bekommt man am besten bei Colruyt, Delhaize oder bei den Foires von Cora und Carrefour. Burgund, Rhône, Languedoc, Loire und insgesamt französische Regionalweine dafür in den spezialisierten Weinhandlungen. Es gibt da zum Beispiel dieses Buch: http://zeshop.net/livres/172-la-belgique-le-vin.html, in dem alle wichtigen Weinhändler und Restaurateure des Landes beschrieben werden. Ich sag einfach mal: unverzichtbar.

@ Tom & Dionisos & Torsten

Ich habe neulich den Toques et Clochers Océanique 2002 (100% Chardonnay) gekauft und probiert. Ehrlich gesagt, mir war er viel zu überholzt und neuweltartig, aber vielleicht haben das die Genossen von Sieur d'Arques inzwischen etwas runtergefahren.

Viele Grüße, Matze
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thvins

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Notiz vom 11.11.2005 - Toques et Clochers Haute Vallée 1999

BeitragSa 19. Feb 2011, 17:20

Hallo allerseits,

zunächst zwei alte Notizen zum Thema aus meinem Archiv, bevor es dann heute an einen Roten geht. DAs Cassoulet dafür ist schon in Arbeit...


Notiz vom 11.11.2005

Mann oh Mann ist das ein gutes Zeugs... Da müssen schon wirklich gute (und um etliches teurere Burgunder) ran...

Les Vignerons du Sieur d´Arques; Selection Toques et Clochers - Haute Vallée; Limoux; 1999 weiß;

reinsortiger Chardonnay im Barrique ausgebaut; intensives Gelb; reicher Duft und genauso komplex und harmonisch am Gaumen; jede Menge Haselnüsse, leicht getoastetes Baguette mit frischer Butter; Baumblüte im Frühling (Robinie, Akazie, Kastanie,...), eine zarte Spur Honig und drei Spritzer Limette, elegant und lang im Nachhall... - und das alles hat damals nur 59 FF vor Ort gekostet! Jetzt sicher auf dem Genusshöhepunkt, bereits 2002 habe ich großzügige 95/100 Th. gegeben, diesmal kann ich nicht weniger geben. Die Rechnung bestätigt sich - 95/100 Th. auch diesmal wieder vom ersten bis zum letzten Schluck... Da hätte auch eine Magnum Spaß gemacht...

Dazu gab es Tagliatelle mit Räucherlachs und frischem Spargel (Südamerika - Import), passte bestens. Wie ein großer Burgunder machte er bei ca. 14°C den meisten Spaß. Leider ist der Jahrgang damit bei mir auch ausgetrunken, aber aus anderen Jahrgängen sind noch Flaschen da, die sicher ähnlich gut sein werden.
Ich habe bereits einige Male bei dieser Ausnahmegenossenschaft halt gemacht, und seit ich die Qualität der Weine kenne eigentlich jedes Mal, wenn ich durch Limoux komme.
Bei der Verkostung der vier unterschiedlichen Terroirs (Autan, Oceanique, Mediterranean und Haute Vallée) gefiel mir dieser am Besten, die kühlere, etwas sonnengeschützte ca. 300 m und mehr höhere Lage bringt wohl stets die komplexesten und burgunderähnlichsten Weine hervor.
Toque et Clochers steht für einen Kochwettbewerb der Spitzenköche Frankreich in Verbindung mit einer Versteigerung von Fassweinen - der Erlös dieses Spektakels wird verwendet, um die romanischen Kirchtürme der Gegend instand zusetzen und zu -halten...
Auch etliche gute Rotweine (Pinot Noir, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cuvées) sowie hervorragende Spezialcuvées von gutem Cremant und der regionalen Spezialität Blanquette lohnen, verkostet und mitgenommen zu werden. Einige Basisqualitäten gab es auch schon mal im JWD-Angebot, aber die besseren muss man wohl vor Ort holen...
Beste Grüße

Torsten

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thvins

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Notiz vom 28.06.2009 - Toques et Clochers Haute Vallée 2000

BeitragSa 19. Feb 2011, 17:22

Diesmal nun der 2000er

Les Caves du Sieur d´ Arques; Toques et Clochers - Haute Vallée; Limoux; 2000 weiß;

golden funkelnder Wein mit offener Nase und komplexem Gaumen - sehr guter reifer Chardonnay, Augustäpfel, etwas Kompott aus grünen Walnüssen, Limette, weiße Blüten und feuchter lehmiger Kalkstein, expressiv und knochentocken am Gaumen,sehr langer, zarter Nachhall. Exzellenter Wein, der jetzt mit großem Genuss zu trinken ist. 94/100 Th., fast groß.
Sehr gutes PGV (vor einigen Jahren vor Ort beim Erzeuger für etwas unter 10 € gekauft) - ich sehe schon, ich muss dort mal wieder anhalten bei Gelegenheit...
Beste Grüße

Torsten

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Dionisos

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Re: Notiz vom 28.06.2009 - Toques et Clochers Haute Vallée 2

BeitragSa 19. Feb 2011, 17:35

thvins hat geschrieben: ich sehe schon, ich muss dort mal wieder anhalten bei Gelegenheit...


Hallo Torsten,

falls im Auto dann noch für die ein oder andere Flasche Cremant Platz sein sollte, wäre es toll wenn Du an mich denken würdest. ;)
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thvins

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Re: Limoux(Cremant, Blanquette und Stillweine)

BeitragSa 19. Feb 2011, 20:19

Hallo Tom, ich hab dir geschrieben...

Grade hat die Flasche Bekanntschaft mit dem Korkenzieher gemacht:

Sieur d´ Arques; Oc Cellus; V.d.P de la Haute Vallée de l´ Aude; 1998 rot;

Flasche 4456 von 13.800 - Selection der besten Trauben vom Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Syrah, Malbec und Grenache. Die große Spezialcuvée der Genossenschaft, die es auch nicht jedes Jahr gibt, sondern die großen Jahren wie z.B. 1998 vorbehalten ist. Schwere, noble Flasche, Korken zu 2 - 3 mm angefeuchtet. Der hätte noch ewig gehalten, meine 1994er Korken waren allesamt zu wenigstens der Hälfte bis dreiviertel feucht. Da war der Finca Dofí Korken noch der Beste. Aber dieser hier ist ein Wunsch-Korken...

Ich werde berichten.
Beste Grüße

Torsten

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thvins

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Sieur d´ Arques; Oc Cellus; 1998 rot

BeitragDi 22. Feb 2011, 10:35

Hallo allerseits,

Sieur d´ Arques; Oc Cellus; V.d.P de la Haute Vallée de l´ Aude; 1998 rot;

Ein wunderbarer Wein, für seiner Zeit 20 € als Spitzenroten der Genossenschaft mit einpacken lassen und dem Rat gefolgt, ihn erstmal im Keller zu vergraben. Was kommt nun im Jahr 13 ans Licht?

Er ist ein Wein zwischen den Welten, ein wenig Bordeaux-Liebäugelei, aber dann ganz klar eher ein Südwestfrankreich-Wein als ein Midi-Roter. Wirklichen Midi-Charakter hat er keinesfalls, egal ob Limoux zum Midi zählt oder nicht. Man mag hier Autonomie.
Auch heute noch fast schwarz und mit seinem komplexen Bukett Noblesse ankündigend. Brombeeren, Zederduft und ein andorranisches Tabakfeld kurz vor der Ernte... Ein süßlich-parfümierter Gaumen, zu dem sich sofort die Attribute Noblesse, Kühle, Eleganz und eine schöne Länge gesellen. Auch heute noch wunderbar samtige Tannine. Im Abgang ein leises Marzipan-Kirsch-Konfekt.

Insgesamt ein exzellenter Wein. Ich vergebe 94/100 und einen persönlichen Preis-Genuss Index von knapp über 1, will deuten, er ist jeden Cent wert. Ein Beweisstück, dass auch Genossenschaften nicht außer Acht gelassen werden sollten, wenn sie sich konsequent der Qualität verpflichten,so wie Sieur d´Arques es tut...


Dazu bestens gepaßt hat übrigens mein selbstgemachtes Cassoulet. Ich habe hier vom Originalrezept die Schweineschwarte weggelassen und als Knusperhaut die Entenhaut genutzt. Davon hatte ich ja mehr als genug, denn mangels einzelner frischer Keulen nahm ich eine ganze Ente und zerlegte sie "nach Vorschrift". Die Brüste wurden für weitere Weine aus Südwestfrankreich reserviert, die Keulen dominierten das Cassoulet und aus dem Rest wurde Confit de Magret hergestellt. Das Fett entsprechend ausgekocht und für diverse weitere Gelegenheiten und als Bratfond für das Cassoulet weggestellt bzw. genutzt.

Klar hatte ich auch keine Toulouser Wurst, aber das locker gestopfte Bratwürstchen eines meiner beiden Fleischer des Vertrauens war bestens, da wunderbar kräuterwürzig.

Die Bohnen habe ich dabei mit einem Stück Schweinerippchen angekocht. Möhre und Zwiebel habe ich nicht weggeschmissen, sondern daraus einen "Brei" gemacht, incl. einiger im Backofen erhitzter und dann aus den Schalen gedrückten Knoblauchzehen und dem abgeputzelten mageren Schweinefleisch vom Rippchen. Diesen Brei habe ich dann unter die Bohnen gerührt, bevor diese in den Ofen kamen. Die quasi "ausgelutschten" Entenhautstücke habe ich dann beim letzten "Ofengang" (ich hab mich auf drei beschränkt, wir hatten dann Hunger...) oben aufgelegt und knusprig gebacken.

Wie in Avignon von einem wahren Meister des Cassoulets einst gelernt, kam das Cassoulet dann mit einem anständigen Rachenputzer flambiert auf den Tisch. Da ich nicht extra einen Anis Seco öffnen wöllte, hab ich kurzerhand einen andorranischen Absinth dazu genommen und auf halben Wege gab es dann auch einen Schluck davon zur besseren Verdauung, nicht wie einst in Avignon eingeholfen bekommen, sondern selbst getrunken... :lol:

Durchaus zur Nachahmung empfohlen... Aber Vorsicht - Völlerei ohnegleichen...
Beste Grüße

Torsten

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