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Burgund 2016

Chablis, Auxerre und Umgebung, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Châlonnais, Maconnais, Beaujolais und Lyonnais
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amateur des vins

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Burgund 2016

BeitragDo 19. Apr 2018, 21:48

Gerade im Glas:

Bernard Moreau, Bourgogne Chardonnay 2016 (12,5%)

In der Nase deutlich, aber nicht krass reduziert (weniger als z.B. Henri Boillot). "Kalkstein"(?!), wenig Frucht, weiß (Lychee, floral).
Am Gaumen recht knackige, aber nicht bissige Säure. Darunter cremig; zusammen balanciert. Zitrus (Limette), ganz leicht buttrig.

Sehr gelungener Basis-Chardonnay. Für größeres fehlt ihm Druck und Komplexität.

Bernard Moreau fiel mir vereinzelt in der Vergangenheit schon auf, z.T. in der Gastronomie, aber ich konnte mir bisher nie "in Ruhe" ein Bild machen. Dieser hier macht einen famosen Einstieg und Lust auf mehr. Werde ich definitiv weiterverfolgen; freue mich auf den Test-1er.
Besten Gruß, Karsten
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Créot

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Re: Burgund 2016

BeitragSa 16. Jun 2018, 23:54

Schon wieder ein paar Tage her ist eine feine Probe bei Norbert Müller und da kein anderer etwas verlauten lässt, habe ich meine Notizen mal eingetippt.

Es gab Weine von de Villaine, J.-B. Ponsot, Tardy und Duroché - alles 2016

De Villaine Bourgogne Cote Chalonaise „Les Clous Aimé“ 2016: Der einzige Weiße. Mineralische Nase, floral, Apfel, etwas Zitrone, wenn auch m.W. nur in Stahl und großem Fass ausgebaut, eine ganz leichte Holzwürzenote. Am Gaumen Honig, weiße Steinfrucht, sehr aromatisch und intensiv, eher weiche Struktur, nur leichte Säure, die zum Abgang hin aber etwas auffrischt. Schöne Aromatik, für meinen Geschmack etwas zu rund (aber ich mag auch die ganz knackigen Teile).
De Villaine Bourgogne Cote Chalonaise „La Fortune“ 2016: Frische Nase, Kirsche, etwas Waldfrüchte, spannt einen schönen Bogen. Am Gaumen nicht wirklich mein Fall (andere sahen es anders): Sehr reife, etwas unsaubere Frucht, recht zupackende, etwas austrocknende Tannine. Leider nicht noch einmal nachprobiert.
J.-B. Ponsot: Rully 1er Cru „Molesme“ 2016: Eher dezente Nase mit roten Waldbeeren. Am Gaumen Waldbeeren, sehr präzise und ausgewogen, dezenter Holzeinsatz, feine süße Frucht, eher etwas lockerer gestrickt. Gute Länge. Sehr schöner, feiner kleiner Wein.
Duroché Gevrey Chambertin 2016: In der Nase deutlich energetischer, frischer und rotfruchtiger als die vorangegangenen Weine. Hat etwas ‚Wildes‘ ohne irgendwie grob zu sein. Am Gaumen reife rote Kirsche, etwas Orangenschale, ein Hauch Holzwürze, toll balanciert, gute Frische, zart und eigenständig zugleich. Hallt lange nach. Gefällt mir bisher deutlich am Besten.
J. Tardy Fixin „La Place“ 2016: Sehr generöse, dichte Nase mit reifer Kirsche, schönem Holzeinsatz. Am Gaumen ebenfalls reife dichte Kirschfrucht, gut eingebundene Holzwürze, sehr hedonistisch, aber wegen einer sehr schönen leichten Herbheit keineswegs drüber. Die Tardys gefallen mir von Jahr zu Jahr besser (der Holzeinsatz ist m.E. deutlich subtiler, als noch einige Jahre zuvor) – leider ziehen die Preise ebenso an.
J. Tardy Nuits-St.-George Bas de Combe 2016: Tiefe Nase, fächert sich wunderbar auf. Am Gaumen deutlich tiefer als der Fixin, ernsthafter, die Frucht kurz nach dem Einschenken noch leicht unsauber, nach einiger Zeit dann aber ein ganz klare dunkle, leicht harzig-würzige Frucht. Im Abgang rauen die Tannine noch leicht auf.
J. Tardy Nuits-St.-George 1er Cru Aux Argillas 2016: Transparente Nase, sehr sehr fein, aromatisch und duftig. Am Gaumen dichte Frucht, gute Säure, balanciert, fein und gute Länge.
Duroché Charmes Chambertin Grand Cru: Unglaublich fein. Wunderbar ausgefächerte Nase, ein Hauch Gevrey-Wildheit. Am Gaumen ebenfalls sehr sehr fein, mit toller Balance, großer Komplexität. Wunderbar aromatisch. Fantastischer Wein.

Ich fand die Durochés fantastisch, feiner, nerviger als die Tardys mit einem Hauch Wildheit (ich kanns nicht besser beschreiben). Anderen bei der Probe gefiel allerdings der Tardy besser. Zu 2016 im Allgemeinen find Ichs noch etwas schwer zu sagen. Auf jeden Fall ein sehr sehr guter Jahrgang mit balancierten, im Gegenüber zu 2015 etwas klassischeren, frischeren und vielleicht auch eleganteren Weinen (auch wenn die das hier und da (nein, nicht hier) zu hörende Bashing von reiferen Jahren wie 2015 auch nicht nachvollziehen kann), die sich an diesem Abend sehr schön präsentierten.

Grüße
Stefan
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Käfi

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Re: Burgund 2016

BeitragSo 24. Jun 2018, 12:05

amateur des vins hat geschrieben:Gerade im Glas:

Bernard Moreau, Bourgogne Chardonnay 2016 (12,5%)

In der Nase deutlich, aber nicht krass reduziert (weniger als z.B. Henri Boillot). "Kalkstein"(?!), wenig Frucht, weiß (Lychee, floral).
Am Gaumen recht knackige, aber nicht bissige Säure. Darunter cremig; zusammen balanciert. Zitrus (Limette), ganz leicht buttrig.

Sehr gelungener Basis-Chardonnay. Für größeres fehlt ihm Druck und Komplexität.

Bernard Moreau fiel mir vereinzelt in der Vergangenheit schon auf, z.T. in der Gastronomie, aber ich konnte mir bisher nie "in Ruhe" ein Bild machen. Dieser hier macht einen famosen Einstieg und Lust auf mehr. Werde ich definitiv weiterverfolgen; freue mich auf den Test-1er.


Gestern auch bei mir im Glas.

Deutlich, aber nicht krass reduziert trifft es sehr gut! Ich hatte gefühlt gar keine Frucht, sehr gerade aus, schlank und filigran. Buttrig und cremig hatte ich dagegen nicht. Dafür Mineralik und eine sehr ausgeprägte Würze, die ich sonst von Schieferrieslingen kenne. Das ging mir sogar fast einen Tick zu weit, ein leichtes "Bitterle". Sehr interessant übrigens meine VKN des 2015ers

Süßlich; exotisch; erinnert mich an den Chardonnay S von Milch; ganz "lecker", aber mir fehlt die burgundische Mineralik, Straffheit, Säure. Erstmal nicht mehr.


die auf diesen Wein 0.0 passen mag.
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Käfi

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Re: Burgund 2016

BeitragSo 8. Jul 2018, 09:14

Macon Verze Domaine Leflaive

War leider nicht meins. Sehr breit, unstrukturiert, störende Bitternote im Abgang. Mir fehlt hier total die Säure, der Wein hat keinen Grip.
Die Beschreibungen die von Händlern im Internet kursieren (straffe Säure; Mineralisch; karg) mag ich so gar nicht teilen.
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EThC

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Re: Burgund 2016

BeitragDo 30. Aug 2018, 17:32

...hier geht's etwas natürlicher und zusatzschwefelfrei zu:

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Viele Grüße
Erich


Über Geschmack soll man nicht streiten, vorausgesetzt man hat einen...
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Re: Burgund 2016

BeitragSa 1. Sep 2018, 21:38

Noch was eher ungewohntes aus Saint-Aubin:

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Viele Grüße
Erich


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amateur des vins

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Re: Burgund 2016

BeitragMi 19. Sep 2018, 18:11

Vor 10 Tagen, mitten im Urlaub, kam vom Händler die Annonce der 2016er von Henri Boillot. Da ich die recht gerne mag, und um die magere Verfügbarkeit weiß, habe ich unmittelbar zugeschlagen. Das war auch gut so: Heute kam - mit Verzögerung - das Paket mit Bourgogne blanc, Meursault "Les Genevrières" und Puligny "Clos de la Mouchère". Leider hat DPD eine Flasche Clos de la Mouchère zerstört, und es gibt auch keinen Ersatz, da zwischenzeitlich vergriffen. :( Gut, daß es nicht die einzige war... :)

Jedenfalls ergab es sich, daß ich sogleich eine Flasche vom

Henri Boillot, Bourgogne 2016 (13,0%)

aufzog.

In der Nase deutlich weniger reduziert und schwefelig, als ich es selbst vom Basiswein aus früheren Jahren in Erinnerung hatte. Sie ist schon noch da, die Reduktion, aber weniger stark ausgeprägt. Stilwechsel, Jahrgangseffekt, oder schlechte Erinnerung?

Frucht glänzt i.W. durch Abwesenheit; eher weiße Blüten. Aber auch nicht ausgewiesen "steinig". Sehr schöne Säure, griffig, aber nicht zu sehr. Leichte Adstringenz. Ganz leicht grün (Apfel) im Abgang. Könnte etwas mehr Druck vertragen.

Sehr gut für einen Einstiegswein, aber angesichts des Preises von 26,90 € relativiert sich das etwas.
Besten Gruß, Karsten

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