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Burgund 2013

Chablis, Auxerre und Umgebung, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Châlonnais, Maconnais, Beaujolais und Lyonnais
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Jochen R.

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Re: Burgund 2013

BeitragSo 22. Jan 2017, 15:08

Ein wirklich schönes Geschenk:
Dominique Gruhier: Bourgogne Epineuil 2013 (12,5 % Vol.).

Transparentes Kirschrot. Die Nase erst mal nach dem Öffnen extrem fein
duftend, blumig. Mit Luftzufuhr wird das eine Spur rustikaler, zu den floralen
Noten dann auch nasses Leder und etwas animalisches, sowie heller Tabak und
Kirschen und Himbeeren.
Am Gaumen auch Himbeeren und Kirschen mit trinkanimierender Säure, dazu
florale Noten mit schöner Länge.

Klasse Begleiter zum Wildgulasch mit Nudeln und Rosenkohl. Von diesem Erzeuger
hatte ich bisher noch nichts gehört. Roger Voss gibt 88 P., mir sind das heute 90 P.
wert.

Viele Grüße,
Jochen
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weingollum33

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Re: Burgund 2013

BeitragMo 23. Jan 2017, 21:16

Ein wirklich schönes Geschenk:
Dominique Gruhier: Bourgogne Epineuil 2013 (12,5 % Vol.).

Hallo Jochen,
erfreulich, eine Notiz eines "kleinen" Weins eines (mir) unbekannten Erzeugers zu lesen. Wenn solche Tropfen sich von ihrer guten Seite zeigen, machen sie mir häufig vergleichsweise mehr Freude, da meine Erwartungshaltung geringer ist!
Gruß Tobias
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port_ellen

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Re: Burgund 2013

BeitragDo 16. Feb 2017, 18:14

gerade auch im glas: bachelet monnot 2013 blanc:

sehr hell, sehr verhaltener duft: birne mit etwas zitrus und blüte,

Apfel und Birnenaromen im Antrunck, Zitruszesten, ein Hauch, wirklich nur ein Hauch tropische Frucht, viel Substanz, tolle Dichte, dabei aber nie fett, wunderbarer Säurenerv und salzige Mineralität, nach hinten hin immer zitroniger, so dass der Wein einen tollen Fokus bekommt. Sehr lang. Süßholz im Rückaroma. Deutlich über seiner Klasse. Die 89-91 Punkte von Neil Martin sind für mich absolut nachvollziehbar.


das bestimmende element ist der zitrus und säurenerv, blind kaum als chardonnay erkennbar (jedenfalls für mich als bourgogne blanc laien). bisschen mineralisch. etwas lakritz im abgang. mittelintensiv, mittellang. könnte für mich ausgewogener und aromatischer sein. eigentlich wie die letzte flasche vor einem jahr. wär schön, wenn er sich aromatisch noch etwas entwickelt.
frage an die experten: inwiefern erinnert der wein an puligny ? struktur? säure? aromatik?
gruss, m
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Créot

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Re: Burgund 2013

BeitragDo 16. Feb 2017, 19:49

Hallo m.

ich würde (mit aller Vorsicht) sagen: von der Aromatik wären die Blütenaromen typisch für einen Puligny (gegenüber den idealtypischen Butter- und Nussnoten eines Meursaults), von der Struktur her ist es der ausgeprägterer Säurenerv gegenüber den tendenziell eher etwas fülligeren Meursaults.

Aber auch wenn bei Bachelet-Monnot die Trauben aus dem Gebiet von Puligny kommen, sind es keine als Village qualifizierten Gebiete (also keine deklassierten Trauben).

Grüße
Stefan
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Panamera

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Re: Burgund 2013

BeitragSa 18. Mär 2017, 14:33

Hallo zusammen

Ich hatte kürzlich eine paar 2013er der "Domaine des Croix" im Glas. Wer klassische und preiswerte Burgunder sucht, sollte diese Weine unbedingt probieren :)

Mehr dazu hier: http://www.vvwine.ch/2017/03/burgund-fu ... eutel.html

Viele Grüsse
Marcio
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derwolf

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Re: Burgund 2013

BeitragMi 26. Apr 2017, 20:24

Hallo!

Kleines Experiment, einmal Nego-Trauben im Beaujolais verarbeitet:

Chateau du Moulin-á-Vent Pouilly Fuissé 2013
Helles Goldgelb, in der Nase citrisch, Brioche. Am Gaumen dann mit champagneresker Säure (ja, die reizt ein bissl die Speiseröhre), dann kommt der gute, alte grüne Apfel, Zitronenfrucht, ebenso eine subtile Cremigkeit mit Brioche, mittellang. Macht sehr viel Spaß, auch dank seiner spritzigen Art ein gehobener Easy-Drinker.

Chin-chin!
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derwolf

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Re: Burgund 2013

BeitragFr 4. Aug 2017, 20:52

Na dann, befeuere ich den Thread einfach weiter. Gut gekühlt im Zalto Universalglas, war es Zeit für das Piktogrammäquivalent zum Laguiole-Besteck.

David Moreau Cuvee Santenay S 2013
Erste Flasche auf, oxidiert. Da hilft nix, hinüber. Zweite Flasche, jugendliche Farbe, kräftige Nase nach Unterholz, Pilzen, roter Frucht und auch ein bissl roter Johannisbeer. Am Gaumen entpuppt er sich dann als Strukturwein, herbe rot-dunkle Frucht, deutlich Tannin, kräftige Säure, allein der etwas kurze Abgang trübt den Spaß ein wenig, für 30€ hat er außerdem etwas zuwenig Fleisch auf den Rippen. Insgesamt dennoch gut und vor allem, schön old-school.

Servus, Wendelin
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port_ellen

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Re: Burgund 2013

BeitragFr 13. Apr 2018, 17:05

wieder einmal bachelet monnot, 2013 blanc.
ich zitiere mich mal selbst:
sehr hell, sehr verhaltener duft: birne mit etwas zitrus und blüte,

"Apfel und Birnenaromen im Antrunck, Zitruszesten, ein Hauch, wirklich nur ein Hauch tropische Frucht, viel Substanz, tolle Dichte, dabei aber nie fett, wunderbarer Säurenerv und salzige Mineralität, nach hinten hin immer zitroniger, so dass der Wein einen tollen Fokus bekommt. Sehr lang. Süßholz im Rückaroma. Deutlich über seiner Klasse. Die 89-91 Punkte von Neil Martin sind für mich absolut nachvollziehbar."

das bestimmende element ist der zitrus und säurenerv, blind kaum als chardonnay erkennbar (jedenfalls für mich als bourgogne blanc laien). bisschen mineralisch. etwas lakritz im abgang. mittelintensiv, mittellang. könnte für mich ausgewogener und aromatischer sein. eigentlich wie die letzte flasche vor einem jahr. wär schön, wenn er sich aromatisch noch etwas entwickelt.


jezt im duft viel weiter: nicht mehr verhalten, sondern deutlich als chard. erkennbar und sehr schön:
fruchtbetont, offen, etwas banane aber mehr birne/apfel mit etwas rauch, "nervig".
im geschmack immer noch aromatisch etwas verhalten, nicht mehr zitrus, aber starker säurenerv, lakritz, etwas breiter (durch das salzige?), aber das gegenteil von weich oder fett. endet mittellang auf birne und salz.

jetzt 90, letztes jahr 89..., bin gespannt, ob noch was kommt.
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amateur des vins

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Re: Burgund 2013

BeitragFr 8. Jun 2018, 19:41

Über zwei Tage im Glas gehabt:

Bernard Moreau, Chassagne-Montrachet 1er Cru «La Maltroie» 2013

Bernard Moreau kenne ich bisher kaum. In der (empehlenswerten) Brasserie Lamazère hatte ich mal seinen einfachen Bourgogne Chardonnay, und der hat Spaß und Lust auf mehr gemacht. Als ich letztens bei einem Weinhändler diesen 1er entdeckte, ergab sich die Gelegenheit zu schauen, was zwei Ligen höher geht. :ugeek: Die Lage Maltroie kannte ich bis dato nicht; sie befindet sich direkt östlich des Ortskerns und zählt nicht unbedingt zu Chassagnes Top-Premiers.

Der Wein präsent sich in relativ sattem goldgelb. Die Nase zeigt nur leichtes Holz und leichte Reduktion; kraftvoll und doch schlank, mineralisch, kaum Frucht, etwas zitrisch, Quitte, Kumquat. Das paßt zum Ausbau, nur zu etwa einem Drittel im Holz, Rest Stahl, und langer Hefestandzeit.

Am Gaumen ziemlich frische, aber nie bissige Säure. Ganz leicht reduziert (aber keine "Streichhölzer"); mundauskleidende Phenolik (dezent). Leichte Vanille, nur angedeutet. Langanhaltend reife Zitrone und Quitte.

Am zweiten Tag kaum verändert; etwas verbundener, runder. Leicht cremig, aber fokussierter, fast straffer Gesamteindruck. Understatement-Wein, der von seiner Harmonie und Balance lebt.
Gefällt mir sehr gut!
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Burgund 2013

BeitragDi 19. Jun 2018, 15:14

Boillots Basis-Chardonnay wurde hier ja zuletzt ein paarmal erwähnt. Mir fiel auf, daß ich schon länger keinen mehr hatte, was daran liegen könnte, daß die Bestände nahezu aufgebraucht sind. :lol: Kein Hinderungsgrund, die letzte Flasche

Henri Boillot, Bourgogne 2013

zu schlachten.

Goldgelb¹. Nase und Gaumen kongruent: Orangenblüte, Passionsfrucht, Nektarine; alles recht dezent. Frische, eher milde Säure; nur ganz leichte (sic!) Reduktion. Im recht langen Abgang orange & lemon curd². Beginnende Altersnoten, aber noch prima in Form - nur lange aufheben würde ich ihn nicht mehr, wenn ich denn noch welchen hätte... ;)
__________
¹ das heißt: satt, aber deutlich heller als Butterblume
² mit ganz leichtem Bitterle, das zur Spannung beiträgt


Jetzt verstehe ich auch, warum Käfi hier im Knewitz-Thread Boillot weniger reduktiv als die Knewitz-Reserve empfand: Weil er es ist! Zumindest der Basis-Chardonnay, der diesbezüglich eher "harmlos" ist - bei den Crus sieht das dann schon ganz anders aus. Das ist auch plausibel: Der Basiswein ist auf im Vergleich geringere Lebensdauer ausgelegt, kommt also mit weniger Schwefel aus.
Besten Gruß, Karsten
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