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Bordeaux 2009

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Ewald von Dennenburg

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Re: Bordeaux 2009

BeitragSa 29. Jul 2017, 21:04

Gestern zum Grillen in lockerer Runde zwei schöne Flaschen gehabt:
Cap de faugères, 2009, Castillon
Hat sich in der Flasche gut entwickelt seit der Arrivage. Schöne Brombeernase, dicht, vollmundig und durchaus mit Charakter, nichts rustikales, man schmeckt förmlich das gute Traubenmaterial. Hat mir gut gefallen, zumal in der Sub für kleines Geld zu haben.Gutes PLV!
Lag einen guten Tick über Chateau faizeau, Montagne St. Emilion, der auch genügend Dichte, aber nicht diese ausgeprägte Aromatik des Cap hatte. Zurückhaltender in Duft und Mundgefühl mit merlotbetonter Ausgewogenheit sicher ein neutraler Speisenbegleiter.
Besten Gruß
Uwe
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manubi

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Re: Bordeaux 2009

BeitragSa 29. Jul 2017, 21:09

Auf Grund guter Erfahrungen mit diesem Chateau (den aus dem mauen Jahr 1999 sah ich z.B. regelmäßig bei 88 mP) erst kürzlich eine Kiste 2009er gekauft. Das erste Zusammentreffen verlief aber ziemlich enttäuschend:

Bild

Vielleicht lerne ich auf meine alten Tage ja noch, fette, alkoholreiche, dafür finessearme Weine zu mögen...

Beste Grüße

Manfred
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innauen

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Re: Bordeaux 2009

BeitragSa 29. Jul 2017, 22:11

Manfred, das liest sich wie die typische Beschreibung eines Charmail aus einem großen Jahr :lol:

Mir scheint, dass die Eigentümer es auf hohe Bewertungen bei der Primeurverkostung anlegen und alles was danach kommt, interessiert nicht.

Grüße,

wolf
„Wir haben den Keller gut bestückt. Vielleicht nicht legendär. Aber nichts, für das man sich schämen muss. “
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manubi

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Re: Bordeaux 2009

BeitragSo 30. Jul 2017, 09:47

innauen hat geschrieben:Manfred, das liest sich wie die typische Beschreibung eines Charmail aus einem großen Jahr :lol:
. . .


Hi Wolf,

nach meiner Lesart sind das die Spätfolgen der unseligen "Parkerisierung", als das ganze Bordelais glaubte, fette, unharmonische Weine wären der Weisheit letzter Schluss. Mir wird für immer unverständlich bleiben, aus welchem Grund die Weinmacher ihre über Jahrhunderte bewährten Traditionen aufgaben . . . nur um den kalifornischen Stil zu imitieren und Mr. RPjun. zu gefallen.

Zum Glück sind ja einige - wenigstens teilweise - wieder auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt, andere haben ihn nie wirklich verlassen.

Beste Grüße

Manfred
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amateur des vins

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Re: Bordeaux 2009

BeitragFr 1. Sep 2017, 19:23

Gerade im Glas:

Ch. La Confession 2009
Saint Emilion GC, J.P Janoueix, 50%CF, 45%M, 5%CS


Pop'n'pour bei "moderner Zimmertemperatur": Zunächst Unmengen Holz und empyreumatische ( :D der Guide Hachette liebt diese Vokabel!) Noten. Etwas schwarzfruchtig. 'n bißchen Lakritz und schwarze Schokolade. Starke Bitternote. ↷ Kühlmanschette

Deutlich gekühlt (geschätzt 16-17°C) erträglicher, insbesondere die Bitternote. Ok, CF kann in diese Richtung gehen, aber die signifikante temperaturabhängige Veränderung läßt mich doch eher den Alkohol als Ursache vermuten - 14,5% laut Etikett.

Tut mir leid, das war wohl nix. 2 Flaschen hatte ich schon; muß mal nachlesen, was ich da notierte. Ich kann nur hoffen, daß er sich in einer schwierigen Phase befindet, sonst schwant mir für die verbleibenden 3 Flaschen nix gutes...

Edit: Achso, schöne Säure, aber an der Tanninfront kommt nicht allzu viel. Also auch von der Struktur her nicht balanciert.
Besten Gruß, Karsten
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Herr S.

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Re: Bordeaux 2009

BeitragFr 15. Sep 2017, 20:06

Hallo zusammen,

gerade ohne großes Getüddel (Dekantieren usw.) uns Glas:

Bild

Die erste von 6 Flaschen zeigt, dass der Wein nicht zu Unrecht eines der Zugtiere der damaligen Kampagne war. Ein St. Emilion von angenehm ruhiger Art ohne übertriebene Dramatik.

Viele Grüße,
Björn
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(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Ewald von Dennenburg

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Re: Bordeaux 2009

BeitragDi 17. Okt 2017, 20:54

chateau malartic lagravière, rot, Pessac—Leognan,2009
Stark merlotbetonte Nase, obwohl der Cabernet ebenfalls zu 45% im. Wein vorhanden sein soll, moderne Handschrift, wuchtig, fast massiv und fordernd, zeigt wenig Komplexität an, da auf Kraft gebaut, etwas breit, dicht mit noch unentwickelter gedrungener Aromatik. Da helfen auch die feinen Tannine nicht sehr viel, da der Wein insgesamt etwas Frische vermissen lässt und hinten raus der Alkohol deutlich wird. Das muss sich alles noch fügen, deshalb liegen lassen. Derzeit kein gutes PLV, braucht kein Mensch. Ähnlich erging es mir vor Kurzem mit einem Chateau Monbousquet, rot, 2008. Diese Art von Weinen liegt mir persönlich nicht— zu ambitionierte Vinifikation am oberen Limit. Die Wertung lasse ich aus.
Besten Gruß
Uwe
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toska

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Re: Bordeaux 2009

BeitragDi 17. Okt 2017, 21:37

Ebenfalls gefühlt ein Wein den die Welt nicht braucht: Fontenil 09
im Ggsatz zu 10 ein typischer Rolland, Jhg. u. Machart ergänzen sich zu einem mollig-dichten Wein, der mäßig offen ohne jegliche Eleganz den Gaumen in ein Meer von Tanninen hüllt. Strengt an u. wirkt aktuell über meine pers. Schmerzgrenze gemacht...
GT
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Bernd Schulz

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Re: Bordeaux 2009

BeitragMo 11. Dez 2017, 23:05

Eine ganz andere Nummer als der schwindsüchtige 2007er Prieur de Meyney von gestern ist dieser bei Pinard de Picard bestellte 2009er:

Bild

Auf der Homepage des Händlers heißt es zu dem Wein:

"Als weitere Bestätigung für das außergewöhnliches Preis-Genuss-Verhältnis hat der Fleur Haut Gaussens wiederholt von der „REVUE DU VIN DE FRANCE“ 5 Sterne und die Auszeichnung „Bester Bordeaux seiner Preisklasse“ erhalten!

Neugierig geworden, liebe Kunden? Hervé Lhuillier Guiard, ein kluger Kopf, erzeugt auf seinen 24 ha Kalk- und Tonböden mit 90% Merlot und je 5% Cabernet-Sauvignon und Cabernet Franc und einem Ertrag von lediglich 45 hl/ha einen wirklich erstaunlichen Bordeaux. Gearbeitet wird wie bei einem Cru Classé. Die Lese erfolgt ausschließlich per Hand und die Trauben werden auf dem Sortiertisch nochmals handverlesen. Der Ausbau erfolgt in 50% neuen Barriques für 6 Monate, so dass das Holz nicht dominiert, sondern nur noble Struktur verleiht!

Das Ergebnis ist ein absoluter Klasse-Wein! Sicherlich gibt es größere Bordeaux, die schlicht Weltklasse demonstrieren, dann aber in völlig anderen Preiskategorien spielen. Doch dieser eher traditionell schmeckende Wein ist schlicht state oft the art in seiner sympathischen Preisklasse und zeichnet sich durch eine klare, schöne Frucht aus mit verführerischen Aromen von Kirschen und dunklen Beeren, Zedernholz, feinen Gewürzen und hellem Tabak sowie Anklängen von edler Bitterschokolade. Und was für eine verzaubernde Textur auf der Zunge! Saftig, elegant und mit viel Charakter. Dabei mit Luftzufuhr immer komplexer werdend mit sehr schönen Tanninen, die seidig und cremig wirken. Was ist das für ein liebreizender Stoff, mundfüllend, gleichwohl ohne Schwere!

Zu trinken mit höchstem Genuss ab sofort, man vermeint bei Verkostungen in kürzeren Zeitabständen zu erspüren, wie die Tannine immer mehr abschmelzen. Höhepunkt 2018 bis 2025+."

Natürlich handelt es sich mal wieder um eine mehr oder minder übertriebene, aber meiner Meinung nach in den Grundzügen erstaunlich treffende Beschreibung. Und die geforderten 12,90 ist der Fleur Haut Gaussens ganz gewiss wert! Der Wein hat genug Fleisch auf den Knochen, ohne schwerfällig oder unangenehm gestylt zu wirken - für mich ist das ein klarer Nachkaufkandidat in der Kategorie "Guter BDX für vergleichsweise kleine Geld".

Herzliche Grüße

Bernd
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Michael24

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Re: Bordeaux 2009

BeitragDi 12. Dez 2017, 01:16

Hallo,
vom Fleur Haut Gaussens 09 hatte ich auch ein paar Flaschen, bei der Beschreibung und dem Jahrgang war es mir das Probieren wert. Durchaus einer von den Guten aber ich hatte bei allen Flaschen einen leicht muffigen Ton dabei, so in Richtung Fasston.
Lg,
Michael
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