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Deutsche Spätburgunder

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Jochen R.

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Re: Deutsche Spätburgunder

BeitragDi 14. Nov 2017, 20:27

Figeac78 hat geschrieben:Hallo liebes Forum,

nach fast einem Jahr Ruhe hier möchte ich diesem Teil des Forums mal wieder Leben einhauchen. Ich finde, die Entwicklung des deutschen Spätburgunders insgesamt wird besonders in der Spitze immer spannender. ...

Hallo Detlef,
super, das Thema interessiert mit aktuell sehr!
Freue mich über viele VKN.

Gibt es schon erste Eindrücke zu 2015er GGs?

Viele Grüße,
Jochen
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Judo

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Re: Deutsche Spätburgunder

BeitragDi 14. Nov 2017, 20:38

Ich habe heuer bei Mythos Mosel die Pinots von Twardowski probiert und war sehr angetan. Auch wenn mir der Vergleich mit anderen Spitzen aus Deutschland fehlt, hatten die Weine bei Eindruck hinterlassen. Leider nicht ganz billig und damit zumindest manchem Franzosen ebenbürtig ;)
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Figeac78

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Re: Deutsche Spätburgunder

BeitragMi 15. Nov 2017, 01:41

Toll, dass es hier noch mehr Interessenten gibt. Neben Bdx werden nämlich die deutschen Spitzenrotweine (und das sind ja oft Spätburgunder), rote Burgunder und die Syrah-Weine von der Rhone immer mehr eine Leidenschaft von mir.

@Jochen: Nein von den 2015 GGs habe ich noch keine Eindrücke. Ich glaube viele rote 15er GGs sind noch nicht am Markt bzw. kommen erst gerade. Aber bei Wageck und Bremer, die in der Spitze m.E. vergleichbare Weine machen, waren alle 15er schon abgefüllt. Dazu in Kürze mehr.

@Judo: Vom aktuellen 2014er Twardowski habe ich mir drei Flaschen gegönnt. Probiert habe ich ihn noch nicht, aber 1 Flasche wird in den nächsten Wochen (wahrscheinlich viel zu früh) dran glauben müssen.
Herzliche Grüsse,
Detlef
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Herr S.

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Re: Deutsche Spätburgunder

BeitragMi 15. Nov 2017, 09:50

Figeac78 hat geschrieben:Aber bei Wageck und Bremer, die in der Spitze m.E. vergleichbare Weine machen, waren alle 15er schon abgefüllt.


Moin,

ein paar von der 2015er von Wageck konnte ich sehr jung d.h. kurz nach Abfüllung bereits probieren. Ich war sehr angetan, der Kalkmergel ist eine Bank, ein toller Alltagswein mit durchaus Potential für die Mittelstrecke. Darüber sind der Goldberg und der Burgweg wirklich toll gelungen, balanciert mit reifen Gerbstoffen. Mit persönlich gefällt der Geisberg immer am besten, das partielle Mitvergären der Rappen gibt gerade in reifen Jahren wie 2015 einen Extrakick Struktur.

@Detlef: Ich bin gespannt auf Deine Eindrücke!

Viele Grüße,
Björn
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(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Figeac78

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Re: Deutsche Spätburgunder

BeitragMi 15. Nov 2017, 23:22

Hallo Björn,

dan beginne ich doch mal mit Wageck. Ich war das erste Mal auf diesem Weingut. Freunde, die häufig in der Pfalz sind, haben mir gesagt, dass sich die neuen Weine und der Weingutsbesuch lohnen. An einem Donnerstagnachmittag war ich dann der einzige Besucher, was der Vorteil ist, wenn man ein paar Tage Urlaub investiert und nicht alles am Wochenende macht. Man musste Klingeln, dann ein sehr angenehmer Empfang, ich konnte fast alle Weine probieren, konzentriere mich jetzt aber mal auf die Spätburgunder. Alle Weine waren 2015er und allen gemein waren ein frische klare Säure, eine elegante Struktur und nur sehr zurückhaltende Holz- und Röstaromen, absolut nichts dropsiges. Insofern ist die Aussage der Winzer, man orientiere sich mit den neuen Weinen am burgundischen Stil nachvollziehbar.
Den Spätburgunder Bissersheim (Kalkmergel, Ortswein) empfand ich dann zunächst wenig ausdrucksvoll, muss aber dabei sagen, dass ich wohl mental schon eher auf die Spitzenweine eingestellt war.
Die Lagenweine Spätburgunder Burgweg und Goldberg waren dann richtig gut, klare rote Fruchtaromatik mit strukturgebender Säure in der Nase und am Gaumen und einem langen Abgang. Den Goldberg empfand ich als den etwas volleren Wein mit dem breiteren Aromenspektrum. Daher habe ich vom Goldberg mehrere Flaschen und von Burgweg noch eine Probeflasche mitgenommen. Beim Nachverkosten später zuhause jeweils über zwei bis vier Tage waren die Eindrücke ähnlich, nur dass diesmal der Burgweg etwas vorne lag. Beide Weine bauten über die Tage kaum ab, was zusammen mit dem Säuregerüst m.E. auf mindestens 5-10 Jahre Lagerpotential schließen lässt. Ich kenne den Knipser Burgweg GG aus mehreren älteren Jahrgängen. Im Vergleich zu diesem hatte der Wageck-Wein die klarere Frucht und straffere Säure und weniger in den Vordergrund tretendes Holz.
Der Pinot Noir Geisenberg 2015 stand nicht zur Verkostung, war aber schon abgefüllt und ich habe eine Probeflasche mitgenommen. Nach 5 Wochen Ruhe im Keller dann letzte Woche geöffnet und über drei Tage getrunken. Wow, zunächst einmal eine nochmals straffere Säure im Vergleich zum Burgweg und Goldberg. Dahinter tritt das Holz fast komplett, die Frucht immer noch spürbar zurück. Der Wein ist in dieser frühen Phase deutlich von einem Gleichgewicht entfernt, alles andere wäre aber auch verwunderlich gewesen. Über die drei Tage blitzen immer wieder extrem präzise Fruchtaromen auf, was mir sehr vielversprechend erscheint. Das wird mit den Jahren entweder richtig gut oder eine ziemliche Enttäuschung. Ich tendiere klar zu ersterem und schätze das Lagerpotential auf 5-20 Jahre ein. Für mich ein Wein auf Burgund 1er Cru-Niveau. Dort ist er aber auch preislich schon fast angelangt. Trotzdem denke ich, dass ich ein paar Flaschen nachordern werde.
Herzliche Grüsse,
Detlef
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