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Weinrallye #81 - 1998er Virente Rosso di Toscana IGT

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harti

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Weinrallye #81 - 1998er Virente Rosso di Toscana IGT

BeitragSa 3. Jan 2015, 15:36

Hallo miteinander,

es wird höchste Eisenbahn, auch meinen Wichtel-Wein zu würdigen, den ich Marko (@maha) zu verdanken habe. Es handelte sich um einen

1998er Virente Rosso di Toscana IGT von der Azienda Agricola Wandanna.

P1000224.JPG


Ich vermute, den meisten von Euch ist dieser Wein und auch das Weingut bisher nicht bekannt. Mir jedenfalls ging es so, als ich das Paket mit der schweren, gediegenen Flasche öffnete. Ich brauchte einige Zeit, um die relevanten Daten vom Etikett zu extrahieren, um ein paar Informationen über den Wein zu erlangen.

Das Weingut liegt im Norden der Toskana, ca. 15 km Luftlinie (nord-)östlich von der Provinzhauptstadt Lucca entfernt. Der örtliche DOC-Wein führt seinen Namen nach der nahe gelegenen Gemeinde Montecarlo und darf als rote Variante aus Sangiovese (50-75%) und in beliebiger Mischung von Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Ciliegiolo, Colorino, Malvasia Nera, Merlot und Sirah (10-15%), Canaiolo Nero (5-15%) sowie eventuell anderen zugelassenen Sorten (bis 20%) gewonnen werden.

Beim Virente IGT wird allerdings von diesem Verhältnis abgewichen, laut Etikett enthält der 98er die - für toskanische Verhältnisse - ungewöhnliche Rebsortenmischung Syrah (40 %), Merlot (40 %) und Cabernet Sauvignon (20 %). Vom Weingut als Selektionswein bezeichnet und 12 Monate in Fässern aus Eiche des französischen Zentralmassivs ausgebaut, steht der Virente somit qualitativ über den dort ebenfalls erzeugten DOC-Weinen.

Das Weingut Wandanna ist in einer traditionsreichen Weinbauregion belegen. Bereits in der Antike gab es hier Weinanbau, eine erstmalige urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 845 nach Christus. In die Hand der heutigen Besitzer, die aus Montecarlo stammende Familie Fantozzi, gelangten die Flächen allerdings erst im Jahre 1998. Insgesamt 70 ha gehören zum Weingut, davon sind immerhin 40 ha mit Reben bestockt.

Soweit mir Erinnerung ist, gehörte der Jahrgang 1998 in der Toscana nicht zu den allerbesten in dieser Epoche (die Nachbarjahrgänge 97 und 99 werden jedenfalls höher gehandelt) und insofern war ich gespannt, ob der Virente die für einen toskanischen IGT recht stattliche Lagerdauer von über 15 Jahren schadlos überstanden hatte. Vorsichtshalber verzichtete ich auf eine vorherige Belüftung des Weins.

Ich muss gestehen, beim Einschenken war ich dann doch einigermaßen überrascht, einen solch tiefdunklen, im Kern fast schwarzvioletten Wein ins Glas fließen zu sehen.

Auch im Duft deutete nichts darauf hin, dass dieser Wein seinen Höhepunkt schon überschritten haben könnte. Deutlich von der Syrah-Traube und vom Holzfassausbau geprägt, zeigten sich sehr angenehme Noten von Rauch, Gewürzen, Kirsche, Mandel, Vanille und Schokolade.

Am Gaumen war er kurz nach dem Einschenken noch etwas verhalten in der Frucht, stattdessen spielte sich ein grasiger Ton von grüner Paprika in den Vordergrund, der sich auch nach längerer Belüftung nicht verlor. Möglicherweise war der Cabernet Sauvignon in diesem Jahr nicht zur optimalen Reife gelangt? Aber dies war eigentlich der einzige kleine Makel an diesem sehr ausgewogenen, angenehm trockenen und mit klassischer Struktur ausgestatteten Wein. Trotz seiner 13,5 % wirkte er nicht schwer und bereitete bis zum letzten Glas viel Trinkfreude.

Zusammenfassend ein sehr gelungener, sehr interessanter Wein. An Marko vielen Dank, dass er mich auf diese Weise an einen mir bis dahin völlig unbekannten Teil der Toskana herangeführt hat!

Nun noch ein paar Worte zu meinem Wein. Mein Bestreben war es, einen älteren, reifen oder zumindest angereiften Wein zu verschenken. Meine Wahl viel auf einen 1996er Barbaresco Rabajà Riserva von der Produttori del Barbaresco, die als eine der besten Winzergenossenschaften der Welt gilt und über sehr gute Lagen im Ort Barbaresco verfügt. Hierbei zählen die Weine aus der Lage Rabajà regelmäßig zu den besten Abfüllungen, so auch in dem piemontesischen Spitzenjahr 1996. Mir jedenfalls gefällt dieser klassisch ausgebaute Wein hervorragend, wenngleich er sicher noch nicht am Ende seiner Entwicklung steht.

Grüße

Hartmut

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