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kistenfreund.de

Mehrere Kellerfunde 1971 und 1964

Ist der Wein noch trinkbar? Vielleicht sogar wertvoll?
Forumsregeln WICHTIG – BITTE VOR ERSTELLUNG EINES NEUEN THEMAS IN DIESEM BEREICH BEACHTEN!

1. Alter von Weinen
Die allermeisten Weine werden für den baldigen Genuß produziert; das heißt normalerweise, daß diese Weine nach ca. 2 bis 3 Jahren an Qualität verlieren. Die Meinung, daß Weine ALLGEMEIN mit dem Alter immer besser und damit wertvoller werden, ist nicht zutreffend. Dies gilt nur für wenige, hochwertige Weine. Wenn z.B. bei Kellerfunden der Käufer kein ausgewiesener Weinkenner war, sind die Fundflaschen für ambitionierte Weingenießer wahrscheinlich uninteressant.

2. Informationen zu Weinen
Im Internet findet man mittlerweile zu fast allen Weinen Hinweise, die auch auf deren Qualität schließen lassen. Daher bitte zuerst mit einer Suchmaschine (z.B. google) nach dem entsprechenden Wein forschen, wobei die Angaben auf dem Etikett wie a) Jahrgang, b) Name, Lage und / oder Rebsorte [soweit jeweils angegeben] c) Erzeuger möglichst vollständig eingegeben werden sollten. Wenn die Suche keinerlei Treffer ergibt, ist der Wein wahrscheinlich für weinaffine Menschen unbedeutend.

3. Genießbarkeit von Weinen
Auch wenn Weine nach einigen Jahrzehnten ihren Höhepunkt weit überschritten haben sollten, besteht keine Gefahr einer akuten Vergiftung, wenn man einen solchen Wein trinkt. Auch einfachere/günstige Weine für den baldigen Genuß können im Einzelfall auch nach langer Zeit Freude bereiten. Dies ist jedoch kaum vorhersehbar und besonders bei verkorkten Weinen reine Glückssache. Deshalb wird empfohlen, den betreffenden Wein einfach zu probieren. Ungenießbare Weine kann man auch als Laie erkennen: Essig, Muff, nasser Hund und andere unschöne Gerüche machen sich für jeden recht deutlich bemerkbar. Wenn der Wein angenehm riecht und schmeckt, hat man Glück gehabt, ansonsten einfach den Wein in den Ausguß und die Flasche in den Altglascontainer befördern.

4. Preise von Weinen
Nur außerordentlich gute und/oder teure Weine können erfahrungsgemäß mit dem Alter im Preis steigen oder diesen zumindest halten. Gängige, auch qualitativ hochwertigere Weine im Bereich bis etwa 50 EUR/Fl. werden meistens nicht mehr teurer. Wenn man im Internet nur den Preis von jüngeren Jahrgängen findet, ist der alte Wein normalerweise auch nicht wertvoller.
Dies kann für sehr begehrte Weine (z.B. hochwertige Bordeaux ganz bestimmter Jahrgänge) anders sein, für diese findet man aber in der Regel auch entsprechende Angaben im Netz. Alltagsweine, die zum Kaufzeitpunkt unter etwa 8 EUR/Fl. kosteten, haben bereits nach 5-10 Jahren meist keinen relevanten Marktwert mehr.

5. Verkauf von Weinen
Weine, über die man im Internet KEINE verwertbaren Preisinformationen findet, haben meist auch keinen Marktwert. Manchmal werden aber bestimmte Flaschen aus persönlichen Gründen gesucht, z.B. Geburtsjahrgänge oder eine besondere Beziehung zu einem bestimmten Weingut. Man kann versuchen, solche Flaschen über die gängigen Auktionsplattformen zum Kauf anzubieten, sollte aber keine besonderen Verkaufspreise erwarten. Weinliebhaber zeigen für solche Weine in der Regel kein Interesse, da - wie erwähnt - die Genießbarkeit solcher Flaschen kaum einzuschätzen ist.

6. Erstellung eines neuen Themas
Sollte nun immer noch Interesse bestehen, etwas über den unbekannten Schatz durch die Forumsmitglieder zu erfahren, bitte möglichst vollständig die Angaben laut Etikett/en (siehe oben) auflisten. Fotos der Flasche/n mit erkennbarem/n Etikett/en (ggf. vorne und hinten) sind dabei hilfreich.

Zu guter letzt: Die antwortenden Mitglieder freuen sich sehr über eine anerkennende Rückmeldung zu ihren Aussagen, für die sie in der Regel selbst einige Zeit lang recherchieren müssen.
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Telecaster

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Mehrere Kellerfunde 1971 und 1964

BeitragMo 4. Dez 2017, 02:44

Hallo zusammen,

mein Großvater hat sich Anfang der 70er
Jahre sich mit mehreren Flaschen
folgender Weine eingedeckt.
Bisher wurden Sie im Keller liegend
gelagert.
Da wir in punkto alte Weine wenig
Wissen haben wollte ich einfach mal
die Flaschen hier einstellen.
Vielleicht weiss der eine oder andere
was dazu. Dass jetzt ein Sensationsfund
dabei wäre glauben wir nicht, aber vielleicht
kann man ca. sagen in welche Richtung sich
das ganze bewegt. Es sind von allen
Weinen mehrer Flaschen vorhanden.
Alle Weine sind Jahrgang 1971 ausser der Vino vermutlich 1964.

Vielen Dank und Grüße

Marc
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olifant

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Re: Mehrere Kellerfunde 1971 und 1964

BeitragMo 4. Dez 2017, 09:00

Hallo,

der Barolo 1971? von Barbero und der Ghemme 1964 von Fiore sind zwar aus der Nebbiolo-Traube gekeltert und damit potenziell eher langlebige Weine, allerdings handelt es sich m.W. weder um potentielle Jahrhundertjahrgänge, noch um bekannte Winzer / Kellereien. Komerzieller Wert wohl gleich Null, allenfalls als "Geburtstagsflaschen" zu verhökern, mit " ab 1,00 €" bei eBay. Ob der Inhalt noch trinkbar wäre? Muss man wohl auf einen Selbstversuch ankommen lassen - ich würde mir jedenfalls keinen Genuss erwarten.

Die zwei Deutschen Weine aus Rheinhessen, Q.m.P. Cuvee Silvaner u. Huxelrebe und Silvaner Spätlese, sowie der französische Anjou? Nicht mein Gebiet, würde ich aber dem Grunde nach genau so einschätzen wie die Italienischen Exemplare.
Grüsse

Ralf
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harti

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Re: Mehrere Kellerfunde 1971 und 1964

BeitragMo 4. Dez 2017, 10:18

Die Jahrgänge waren schon ausgezeichnet. Dies schreibt Ratti zu den Barolo-Jahrgängen:

1964 - ANNATA GRANDE. Vino di magnifico equilibrio, di corpo
completo. profumo intenso e pieno. forse un po' troppo
duro. adatto a lunga vita.
MAESTOSO
1971 - ANNATA ECCEZIONALE. Vino splendide per l'armonia e l'equili-
brio, eccezionalmente velluto. profumo intenso. elegantissimo.
MAESTOSO

Wenn mehrere Flaschen vorhanden sind, würde ich erst mal probieren und dann entscheiden, ob ein Verkauf mehr Nutzen bringt ;) .

Grüße

Hartmut
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olifant

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Re: Mehrere Kellerfunde 1971 und 1964

BeitragMo 4. Dez 2017, 11:09

... so gesehen, harti, hast du durchaus recht was die Jahrgänge im Barolo anbelangt, und evtl. ließe sich das auch für Ghemme übertragen - für Barolo ist Ratti sicher Expertise genug.
Leider fehlt mir dennoch der Glaube, ob diese Weine wirklich noch Genuss versprechen. Zudem ist der Fragesteller nach eigener Bekundung absoluter Weinlaie. Wie soll er denn selbst beurteilen ob die Altweine, und das werden sie in jedem Falle sein, tatsächlich noch was taugen, oder nicht?
Wenn der Wein ihm jedoch selber schmeckt, dann wäre m.E. die richtige Empfehlung, diesen auch selbst zu trinken.

Aber zum Trost, mit etwas googlen finden sich sogar Angebote für "vecchie annate per un regalo storico" mit Preisen (winesearcher / Grandi Bottiglie) ... http://www.grandibottiglie.com/shop/it/534_umberto-fiore?p=2
http://www.grandibottiglie.com/shop/it/cerca?search_query=Barolo+Barbero+&orderby=position&orderway=desc ..., dass sind aber Händlerpreise für Topp-Flaschen (Etikett, etc...), m.E. von Privat und im abgebildeten Zustand, so nicht zu erzielen.
Grüsse

Ralf
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Telecaster

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Re: Mehrere Kellerfunde 1971 und 1964

BeitragMo 4. Dez 2017, 15:25

Vielen Dank für die zahlreichen Einschätzungen.
Eine Flasche von dem Anjou haben wir
mal auf gemacht vor 2 Jahren.
Der war noch sehr gut trinkbar ... zumindest
nach meinem Eindruck.

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