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Pinot Noir aus Österreich

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Gerald

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Re: Pinot Noir aus Österreich

BeitragFr 16. Sep 2011, 12:16

Hallo,

gestern habe ich den - bereits hier im Thread von Gerhard empfohlenen - Pinot noir 2007 von Graf Hardegg (Weinviertel) probiert:

Bild

Sicher kein Grand Cru, zeigt aber - in einfacher Form - durchaus das, was ich am Pinots schätze. Mir gefällt der Wein jedenfalls für seine knapp über 10 Euro wesentlich besser als die zuletzt probierten österreichischen Pinots der 30-Euro-Klasse, die doch mich doch mehr an Erdbeermarmelade "mit Schuss" denn an einen typischen Pinot noir erinnert haben.

Der Wein ist zur Zeit bei Wein & Co "in Aktion" (was in etwas bedeutet, dass der Preis halbwegs normal ist :D ), ich würde ihn jedenfalls definitiv zu den erfreulicheren Beispielen der Rebsorte in Österreich zählen.

Grüße,
Gerald
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Gerald

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Re: Pinot Noir aus Österreich

BeitragFr 20. Jul 2012, 11:34

Und noch ein Pinot aus Österreich, der sich durchaus wohltuend von den fruchtbowle-artigen "Kollegen" (auch oder besonders der gehobenen Preisklasse) abhebt:

Bild

Sicher, er hat nicht die Komplexität der wirklich guten Vertreter und die harten, bitteren Tannine trüben das Trinkerlebnis auch ein bisschen. Aber die Richtung stimmt auf jeden Fall einmal.

Wäre interessant, wie sich der Wein in sagen wir 5 Jahren weiterentwickelt. Nur leider war das meine einzige Flasche ...

Grüße,
Gerald
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isbjoern

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Re: Pinot Noir aus Österreich

BeitragDo 20. Sep 2012, 14:06

Hallo Gerald,

den Pinot Noir 2006 vom Prieler hatte ich auch schon mehrfach im Glas. Als Jungwein habe ich ihm ein großes Potential attestiert, vor allem, weil er wie du auch schreibst nicht der "Fruchtbowle" Fraktion angehört, sondern eher herb und erdig daher kommt. Eine Stilistik, die ich normalerweise bevorzuge. Heuer getrunken war ich aber doch ein wenig enttäuscht. Die Tannine sind noch genauso hart wie vor 3 Jahren, am Gaumen fehlt mir doch die Eleganz eines wirklich guten Pinot und komplexer ist er meines erachtens auch noch nicht geworden. Von der Struktur her wirkt der Wein noch sehr jung, aber ich befürchte, dass die wenige Frucht in ein paar Jahren fast ganz verschwunden ist und nur ein weiterhin festes Tanningerüst bleibt. Eine Flasche habe ich noch im Keller, vielleicht schaffe ich es, sie noch 5 Jahre liegen und mich (hoffentlich) eines Besseren belehren zu lassen.

Preislich würde ich den Prieler Pinot allerdings inzwischen auch zur gehobenen Klasse zählen - glaub ca. 25 Euro ab Hof. Ein günstigerer und ähnlich kräftiger (jedoch weniger tanninbetoner) Pinot Noir, der bei mir öfters im Keller landet, ist der vom Weingut Eberherr in St. Marghareten. Stylistisch eher modern und irgendwo zwischen erdig und fruchtig, aber er gerät in heißen Jahren oft ein wenig zu kräftig und alkoholisch. Um 10 Euro ist das aber meist recht fein.

Janik
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Gerald

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Re: Pinot Noir aus Österreich

BeitragSo 11. Nov 2012, 11:04

Und weiter geht es mit den nicht wirklich überzeugenden österreichischen Pinots :?

Bild

Man muss dem Wein (bzw. dem Winzer) zugute halten, dass er nicht die hierzulande so beliebte flüssige Erdbeermarmelade repräsentiert, sondern schon einen "seriösen" Pinot-Stil anstrebt. Trotzdem - der Wein ist mangels Harmonie (besonders im Abgang) kein wirkliches Trinkerlebnis, dazu auch völlig unspannend. Vielleicht ist der Bisamberg (wo der Wein herkommt) mit seinen Lössböden aber auch nicht der ideale Boden für die Rebsorte ...

Grüße,
Gerald
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mixalhs

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Re: Pinot Noir aus Österreich

BeitragMo 10. Dez 2012, 20:55

Am Wochenende war's mal wieder so weit: ein wunderbares Wienwochenende.

Neben dem, was man sonst so in Wien tut, waren wir zum Essen im Gasthaus Wolf im vierten Bezirk. Zu dem richtig guten Essen tranken wir Johann Lentschs Pinot Noir "Dankbarkeit" 2008, viel Wein für's Geld, komplex und filigran (vielleicht nicht auf GC-Niveau, aber sicher deutlich mehr als in dieser Preiskategorie zu erwarten ist) mit typischen Pinot-Noir-Frische und der Leichtigkeit, die man sich zum Essen wünscht.
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Dilbert

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Re: Neusiedlersee

BeitragMo 28. Jan 2013, 16:13

Hallo allerseits,

bin mir zwar nicht ganz sicher, ob der hierher gehört oder doch eher ins Burgenland - jedenfalls gab's den gestern Abend zum Rehgulasch mit Semmelknödeln:

Unter den Terrassen zu Jois, Pinot Noir, 2004, Umathum
Irgendwie werde ich mit dem Wein nicht recht warm. Nach dem Öffnen in der Nase zuerst nur ein sehr verhaltener Duft, mit der Zeit etwas intensiver aber für meinen Geschmack sehr alkoholisch. Das setzt sich auch im Mund fort, wieder sehr alkoholisch, fast schon brandig, die Frucht ist ganz versteckt, kommt kaum zum Vorschein, schmeckt noch leicht getoastet, ein wenig ins marmeladige gehend, eher dick als elegant. Der Wein macht mich etwas ratlos, blind hätte ich da keinen Pinot Noir erkannt. Wirkt eher wie ein Südfranzose aus einem warmen Jahr. Insgesamt irgendwie too much, wird der Rebsorte meiner Meinung nach nicht gerecht!! Schade für 30 EUR gibt's aus Burgund weitaus schönere Weine!! :cry: :?

Gruß,
Jochen
„Eine Magnum-Flasche? Genau die richtige Größe für einen schönen Abend. Vorausgesetzt, man beginnt mit einem Champagner, man endet das Menu mit einem Sauternes, und man ist allein daheim…“
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mixalhs

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Re: Pinot Noir aus Österreich

BeitragDi 7. Mai 2013, 09:13

Immer wieder einer der besten in der Preisklasse 15-20 Euro: Josef Lentsch "Dankbarkeit" aus Podersdorf am Neusiedler See.

Ich kenne jetzt die Jahrgänge 2007, 2008 und 2009. Alle sehr gelungen: Waldboden, gekochte Früchte, gut eingebundene Säure, feiner Stil, beim 2009er habe ich mir eine leichte Röstnote (Kaffee) notiert. Unbedingte Kaufempfehlung. 15,90 Euro ab Weingut und in Deutschland zum selben Preis bei Falstaff in Freising.

p.s.: Ein Besuch des Gasthofs "Zur Dankbarkeit", der zum Weingut gehört, ist ebenfalls sehr zu empfehlen.
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Don Miguel

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Lentsch "Dankbarkeit"

BeitragDi 7. Mai 2013, 22:15

mixalhs hat geschrieben:Ich kenne jetzt die Jahrgänge 2007, 2008 und 2009. Alle sehr gelungen:...

Servus mixahls,

da kann ich dir nur zustimmen, bei mir ist der Lentsch seit dem Jahrgang 2001 gesetzt, immer zuverlässig, nie enttäuschend!

Bloß in den Gasthof "Zur Dankbarkeit" habe ich es noch nicht geschafft, obwohl ich es schon lange vorhabe. Aber das wird schon noch ...

Gruß
Don
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