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Ende des Rotweinbooms in Österreich?

Allgemeine Themen oder solche, die mehrere Regionen betreffen
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Don Miguel

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragMo 9. Dez 2013, 14:38

Gerald hat geschrieben:ja, dem kann ich auch zustimmen, wobei ich den Preisbereich eher zwischen 15 und 30 Euro sehen würde.

Gerald,

nur um Missverständnisse zu vermeiden, ich meinte bis ca. 20/25 €, nicht zwischen 20 und 25 €! Ich habe auch schon sehr schöne Weine in der 10-Euro-Klasse getrunken, absolut wertig.

Positiv überrascht bin ich übrigens immer wieder von "Mittelklasse" Pinot Noirs (15-25 €), das ist zwar sicherlich nicht die österreichische Hauptrebsorte, aber da gab es schon einige Weine, die meinen Geschmack punktgenau trafen.

Grüße

Don
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slowcook

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragMo 9. Dez 2013, 19:29

harti hat geschrieben:Hallo Bernd und Gerald,

Bordeaux und insbesondere Burgund sind m.E. aufgrund der unterschiedlichen Stilistik keine Messlatte für österreichische Rotweine. Ich dachte da eher an die Toskana. Hier gibt es in allen Qualitätsstufen viele Weine, die für weniger Geld gleiche oder bessere Qualitäten bieten.

Grüße

Hartmut


P.S. Ich werde die Probe aufs Exempel machen. Unser übernächstes Probenthema wird Österreich gegen Toskana lauten. Ich bin schon gespannt, wie sich der 06er Mariental im Vergleich zum 06er Percarlo schlagen wird ;) . Und ob der 03er Point von Kollwentz gegen den 03er Asinone von Poliziano gewinnen wird :?:



Hallo harti

Gestatte mir eine Frage zu eurem Probenthema "Österreich gegen Toscana":
Geht es da um einen Jahrgangsvergleich? Die beteiligten Rebsorten sind ja kaum vergleichbar, oder sehe ich das in meiner Beschränktheit einfach nicht?

Gruss
Werner
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weingeist

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragMo 9. Dez 2013, 19:49

Hallo allseits,
ich komme, als Freund gereifter Weine, erst jetzt dazu, mich ein bißchen in dieses Thema einzumischen.

@ Allgemein:
Das PLV (Argumente dazu sind hier schon erwähnt worden) spielt meiner Ansicht nach wirklich nur eine untergeordnete Rolle. Dieses war zu Beginn des Rotweinbooms – im Vergleich zu anderen Weinbauregionen – verdammt gut war. Jetzt hat sich die Preisspirale etwas nach oben gedreht, ist aber trotzdem noch nicht dort, wo sie in anderen Ländern bereits seit langem liegt.

Dass unsere Rotweine mit internationalen Qualitäten nicht mithalten können (wenn man jetzt einmal die berühmtesten Namen außer Acht läßt), stelle ich hier ebenfalls stark in Abrede. Zum Reifeverhalten habe ich anderwertig schon Beispiele angeführt, die sogar mich überrascht haben, wobei ich zugestehe, bis ich dato sicher mehr gereifte Österreicher als z. B. Franzosen (die mich nicht so ansprechen) getrunken habe.

Die Lagerung lasse ich als Argument dagegen wirklich gelten. Viele (österreichische) Konsumenten trinken leider auch die Toprotweine, sobald diese auf den Markt kommen. Natürlich hat auch nicht jeder die Möglichkeit, diese Weine über einen entsprechend langen Zeitraum zu lagern und Ihnen dadurch die Möglichkeit der Reifung zu geben. Wobei, Bordeaux, auch wenn sie grottenschlecht sind, werden gelagert, das hat sich irgendwie schon in "die Hirne" eingebrannt.

@ Harti:
Was ich nicht verstehe, warum Du die Toscana mit Österreich vergleichen möchtest, bzw. was ein Vergleich Mariental (Blaufränkisch, autochthone Rebsorte) gegen den von Dir angeführten Wein (ein Brunello, den ich allerdings nicht kenne) bringen soll. Aber warum nicht, es behauptet ja (fast) jeder Weinexperte, dass der Mariental ein Ausnahmewein sei. Ich behaupte, ja er war es einmal wirklich, und davon profitiert er heute noch. Ich durfte schon im Keller andere Jahrgänge kosten, und konnte den "Hype" um diesen Wein noch nie so richtig nachvollziehen. Wobei, ich habe mit solchen Äpfel-Birnen-Vergleichen, obwohl sie ja immer wieder gemacht werden, so meine Probleme.

Trotzdem, das Ergebnis interessiert natürlich auch mich und ich wünsche Euch jedenfalls fehlerfreie Exemplare.
Liebe Grüße
weingeist
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harti

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDi 10. Dez 2013, 14:19

Hallo zusammen,

mir scheint, ich habe mich da auf gefährliches Glatteis begeben ;) . Sicherlich kenne ich mich nicht in der Breite mit österreichischen Rotweinen aus, sondern habe nur etwas regelmäßiger Weine von Kollwentz, Triebaumer und Feiler-Artinger getrunken (und eingelagert). Vielleicht sind diese Weine ja nicht typisch für den österreichischen Rotwein in dieser Preislage und meine Schlussfolgerungen daher unzulässig.

Meine Grundüberlegung hinter dem Vergleich von österreichischen Rotweinen mit Sangiovese-basierten Toskanern besteht in den Ähnlichkeiten hinsichtlich des von mir wahrgenommenen Weintypus (nicht in der Rebsorte, nicht im Jahrgang), den ich als als tendenziell fruchtbetont, mittelkräftig im Tannin und mit rassiger Säure definieren würde.

Grüße

Hartmut
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weinfex

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDi 10. Dez 2013, 14:41

Auf die Eingangsfrage bezogen:
Ich glaube nicht, dass das nur für Österreich gilt, ich
denke das der globale Weinboom zuende ist.
Sicher gibt es hier und da Ausnahmen, aber im
Grundsatz dürfte es für nahezu jede Weinregion gelten.
Gründe dafür sind vielfältig, aber im Grunde ist
es doch mit jedem Boom/Mode so. Früher oder später lassen
sich die vormals erreichten Absatzzahlen einfach nicht mehr
steigern und der Markt ist gesättigt...
Grüsse weinfex
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weingeist

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDi 10. Dez 2013, 19:26

Hallo Hartmut,

jetzt hast Du die Kurve - trotz winterlicher Fahrbedinungen - aber gerade noch gut gekratzt ... :lol: :lol: :lol:

Und die Weine in Deinem Keller, stammen ja nun wirklich nicht von No-Names 8-)
Liebe Grüße
weingeist
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slowcook

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDi 10. Dez 2013, 19:53

Hallo Hartmut

Vielen Dank für deine Ausführung zu eurem "Versuchsaufbau". Angesichts der hohen Qualität deiner Beiträge war ich über deine Ankündigung einer Art des Länderkampfes etwas irritiert. ;)

Dass einige Flaggschiffe österreichischer Winzer eine Zeit lang unter Überextraktion und massivem Holzeinsatz litten, ist mE unbestritten. Nur war das eventuell eben eine Folge genau dieser unseligen Ländervergleiche, bei denen ein lauter Prügel im Ranking immer vor Finesse landete. Ich denke, diese Zeit ist mindestens bei einigen Topwinzern passé. Als Beispiel kann hier Gernot Heinrich dienen, dessen Salzberg ab dem Jahrgang 2007 statt im Barrique im grossen Fass ausgebaut wird.

Den Percarlo 2006 würde ich aber, sofern ich davon hätte, nicht vor 2020 öffnen... Das könnte tatsächlich ein Jahrhundertwein sein.

Gruss
Werner
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UlliB

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDi 10. Dez 2013, 22:29

weinfex hat geschrieben:Auf die Eingangsfrage bezogen:
Ich glaube nicht, dass das nur für Österreich gilt, ich
denke das der globale Weinboom zuende ist.
Sicher gibt es hier und da Ausnahmen, aber im
Grundsatz dürfte es für nahezu jede Weinregion gelten.
Gründe dafür sind vielfältig, aber im Grunde ist
es doch mit jedem Boom/Mode so. Früher oder später lassen
sich die vormals erreichten Absatzzahlen einfach nicht mehr
steigern und der Markt ist gesättigt...


Zu dem Thema passend gab es vor einigen Wochen einen ganz interessanten Artikel im Wirtschaftsteil der Süddeutschen. In der Folge von mehreren mengenmäßig schwachen Jahrgängen und gleichzeitig global steil ansteigendem Weinkonsum ist in den letzten zwei Jahren weltweit betrachtet der Konsum höher gewesen als die Produktion, d.h. es wurden noch vorhandene Vorräte aus Vorjahrgängen reduziert. Da auch 2013 zumindest in Europa eine mengenmäßig sehr schwache Ernte eingefahren wurde, dürfte sich die Situation verschärfen. Von einer globalen Überproduktion bewegen wir uns momentan zu einer Situation der Knappheit - bevor dann irgendwann der nächste Schweinezyklus greift.

Leider gab es keine näheren Erläuterungen zu Preisstrukturen bzw. zu den betroffenen Marktsegmenten; vermutlich erwischt es erstmal das Basissegment. Und es kann natürlich durchaus sein, dass es im obersten Preissegment eine Absatzkrise gibt, während es gleichzeitig im untersten Segment zu einer Verknappung und Preissteigerung kommt. Eine nähere Analyse haben die veröffentlichen Zahlen leider nicht erlaubt. Von einer Sättigung des globalen Gesamtmarktes für Wein scheinen wir uns aber gerde zu entfernen.

Gruß
Ulli
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m_arcon

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDo 12. Dez 2013, 01:30

Mich wundert der Rückgang etwas. Zumindest international scheinen die österreichischen Rotweine doch momentan sehr im Aufwind zu sein oder wunder ich mich da?
Auch ich bin ganz begeistert was da im Burgenland zum Teil auf die Flasche gezogen wird. Das braucht sich in meinen Augen, wenn gut gemacht, vor keiner internationalen Konkurrenz verstecken.


Grüße
Marc
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Gerald

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Re: Ende des Rotweinbooms in Österreich?

BeitragDo 12. Dez 2013, 08:30

Hallo Marc,

Zumindest international scheinen die österreichischen Rotweine doch momentan sehr im Aufwind zu sein oder wunder ich mich da?


ja, genau das hat Schmuckenschlager (Präsident Weinbauverband) ja auch gesagt:

Zitat
„Die Sorte Blaufränkisch ist international gefragter als am Inlandsmarkt"


Grüße,
Gerald
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