Aktuelle Zeit: So 19. Aug 2018, 18:57


Rotweinjahrgang 2009

Allgemeine Themen oder solche, die mehrere Regionen betreffen
  • Autor
  • Nachricht
Offline
Benutzeravatar

Gerald

Administrator

  • Beiträge: 6752
  • Bilder: 32
  • Registriert: Do 24. Jun 2010, 08:45
  • Wohnort: Wien
  • Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Rotweinjahrgang 2009

BeitragFr 17. Feb 2012, 10:11

In der aktuellen Vinaria wird der Jahrgang 2009 für die Roten als außerordentlich gut beschrieben, laut dem Text der beste bisher.

http://www.vinaria.at/default.asp?id=12 ... RIA_PORTAL

Bezeichnend für die "gängigen" Weinguides ist aber meiner Meinung nach besonders folgender Satz:

Die wenigen erst jetzt auf den Markt kommenden 2007er und 2008er wussten ebenfalls überraschend gut zu gefallen, wenn auch für den einen oder anderen 2008er die schlanke Textur naturgemäß Punkteabzüge brachte.


So wie ich das verstehe bedeutet das einfach, dass - obwohl in letzter Zeit immer Eleganz und Individualität in den Medien gefordert wird - nach wie vor die "dicken Brummer" die meisten Punkte abräumen. Auch mit ein Grund, warum ich mit den Weinguides immer weniger anfangen kann, denn genau diese Stilistik finde ich inzwischen einfach nur langweilig ...

Grüße,
Gerald
Offline

migy

  • Beiträge: 109
  • Registriert: Do 26. Jan 2012, 20:12
  • Wohnort: Niederösterreich

Re: Rotweinjahrgang 2009

BeitragFr 17. Feb 2012, 11:21

Schönen Vormittag Gerald,

ich persönlich habe ja nichts gegen ein wenig "Fleisch" am Rotweincorpus, ich glaube aber nicht, dass es so gemeint war, dass die "dicken Brummer" bevorzugt werden. IEntsprechend hoch wurden die 2008er und 2007er ja auch bewertet. Ich habe das Vinaria jetzt gerade nicht vor mir, aber ich glaube Gesamtsieger wurde der BF-Point 2008 von Kollwentz.
So wie die 2009er beschrieben wurden, dürften die Top-Vertreter auch keine überextrahierten Bomber sein sondern vielmehr elegante, harmonische Weine mit schönem dichten Tannin und natürlich entsprechenden Extraktwerten, was letzteres ja kein Fehler ist, wenn es die Natur ermöglicht, ohne dass im Keller nachgeholfen werden muss. Diese Gefahr sehe ich nämlich vor allem bei den sogenannten "schlanken" Jahrgängen. Die Alkoholwerte der verkosteten Weine bewegen sich ebenfalls durchwegs im Normalbereich zwischen 13 und 14 Prozent. Und 14 Prozent Alkohol finden sich auch 2008. Sollte also auch kein Thema sein.
Die wenigen von mir bisher verkosteten 2009er sind mir dementsprechend durchaus harmonisch und bekömmlich in Erinnerung (Viticult von J.Heinrich, Merlot, CS und BF Jois von Erich Scheiblhofer und erst gestern wieder mit viel Vergnügen der Vulcano von Igler mit durchaus pikanter Säure).

Ich glaube daher, dass gerade die Vertreter aus Mittelburgenland 2009 auch Deinen Geschmack treffen sollten.


Beste Grüße, Michael
Offline
Benutzeravatar

Gerald

Administrator

  • Beiträge: 6752
  • Bilder: 32
  • Registriert: Do 24. Jun 2010, 08:45
  • Wohnort: Wien
  • Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Rotweinjahrgang 2009

BeitragFr 17. Feb 2012, 11:28

Hallo Michael,

das was ich bisher aus 2009 probiert habe, hat mir persönlich sehr gut gefallen, die Weine waren auch meist sehr ausgewogen, nicht so sirupartig wie manche 2006er im Jugendstadium. Mich hat nur das Zitat in Verbindung mit dem ansonsten propagierten Trend zu eleganten Rotweinen etwas verwundert...

Grüße,
Gerald
Offline

migy

  • Beiträge: 109
  • Registriert: Do 26. Jan 2012, 20:12
  • Wohnort: Niederösterreich

Re: Rotweinjahrgang 2009

BeitragFr 17. Feb 2012, 13:01

Da gebe ich Dir recht. Lässt den Schluss auf entsprechende Präferenzen der Verkoster zu.

Aber wenn man sich die wortreich nichtssagenden Weinbeschreibungen in Weinzeitschriften und Weinguides so ansieht -speziell der aktuelle Falstaff Rotweinguide ist hier bemerkenswert- sind diese ohnedies nur mit allergrößter Vorsicht zu genießen.

Beste Grüße, Michael
Offline
Benutzeravatar

Weinzelmännchen

  • Beiträge: 578
  • Registriert: Di 7. Dez 2010, 19:28
  • Wohnort: Salzburg

Re: Rotweinjahrgang 2009

BeitragFr 17. Feb 2012, 14:58

So, ich breche jetzt eine Lanze für Vinaria! Dieser Weinguide ist mir mit Abstand der liebste in Östereich. Wenn man den ganzen Artikel liest, glaube ich, herausgehört zu haben, dass der Hinweis beim 2008er Jahrgang euphemistisch den generell etwas schwächeren Jahrgang darstellen wollte.

Auch zeigt die mit dem Text korrelierende Liste, dass die "Brummer" nicht gerade die großen Abräumer waren. Die sehr hohe Bewertung des SL 2009 Reserve von Axel Stiegelmar hat mich neugierig gemacht, den muss ich unbedingt antesten :geek: . BTW: Im Falstaff wurde der SL nicht so hoch bewertet, was für mich deutlich die Präferenz der dortigen Verkoster zeigt.
MvG
(Mit vinophilen Grüssen)

Daniel
Offline

migy

  • Beiträge: 109
  • Registriert: Do 26. Jan 2012, 20:12
  • Wohnort: Niederösterreich

Re: Rotweinjahrgang 2009

BeitragSa 18. Feb 2012, 16:07

Ingesamt dürfte sich die Fachwelt darüber einig sein, dass 2009 ein hervorragender Rotweinjahrgang war, mit einigen Kandidaten auf große Weine.
Was ich bisher probiert habe war jedenfalls sehr schön, die echten Granaten waren aber noch nicht dabei. Wäre mir jetzt schlichtweg noch zu früh.

Beste Grüße, Michael
Offline

migy

  • Beiträge: 109
  • Registriert: Do 26. Jan 2012, 20:12
  • Wohnort: Niederösterreich

Re: Rotweinjahrgang 2009

BeitragDo 28. Mär 2013, 17:34

Schönen Nachmittag,

nachdem ich -mit Ausnahme des "G" von Gesellmann- mittlerweile alle reservierten 2009er doch schon einge Zeit im Keller habe, hat sich auch schon die eine oder andere Gelegenheit geboten, einige "Brummer" zu probieren. Wohlweislich ausgelassen habe ich den Mariental von ET und den Salzberg, zumal ich von letzterem leider nur eine Magnum bekommen habe.
Am schönsten -nach bereits mehrfacher Verkostung- zeigt sich für mich derzeit der Admiral von Pöckl, dicht gefolgt von den Kollwentzen (Point, Steinzeiler, Setz). Allen ist eine unglaubliche Zugänglichkeit gemeinsam, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das nicht nur eine erste Fruchtreife ist, wie ich man das auch von jungen Bordeaux-Weinen kennt. Herrliche Frucht, dichte Tannine und das ohne auch nur ansatzweise "fett" zu wirken.
Im Gegensatz dazu völlig vernagelt hat sich der Comondor päsentiert, da hat auch die Luft nicht geholfen.

Nahezu trinkfertig und mit 16 EUR ein toller Preis-Leistungswein ist der Merlot von Böheim. Eine wirklich wuchtige, dichtverwobene Granate, absolute Empfehlung wer derartiges mag.

Beste Grüße,

Michael

Zurück zu Österreich allgemein

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutzrichtlinie - Das Team - Alle Cookies des Boards löschen