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Wiener Rotwein

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olifant

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Wiener Rotwein

BeitragSo 5. Jan 2014, 14:01

Na, da es sich hier nicht um einen Gemischten Satz handelt, und noch dazu um Roten, ist ausnahmsweise ein neuer weiterer Wien-Thread fällig.

Wiener Trilogie 2011, Wieninger - Wien, Cuvée Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon; unterm Schrauber

dunkles fast opakes glänzendes Rubinrot; würzige reife dunkle Beerennase, etwas Paprika; Ansatz mit guter Fruchtkonzentration, reife dunkle Beeren, erdige (Zweigelt-) Würze, Cassis- und Paprikanoten, (die Paprikanoten verschwinden am 2. Tag vollständig, dann ist der wein auch komplex, dicht, reif und verwoben), am esrten tag noch leicht grüne Noten, auch bei den Tanninen, am 2.Tag vollständig eifer eindruck, saftig, angenehme Säure, gut balanziert, angenehm; mittellanger bis langer Abgang, am 2.Tag deutlich lang, auf saftige reife Frucht und stützendes Tannin - 16,5-17/20 op

Sehr angenehme rote Cuvée, die ich so weit 'nördlich' in Östereich kaum vermutet hätte. Würde ich sofort wieder trinken ..., empfehlenswert.
Grüsse

Ralf
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weingeist

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Re: Wiener Rotwein

BeitragSo 22. Nov 2015, 22:33

Hallo Ralf!

Gestern und heute das "Nachfolgemodell" (Wiener Trilogie 2012) im Glas gehabt. Ich möchte Deine VKN oben fast zur Gänze übernehmen, außer dass ich die grünen Noten nicht hatte. An Komplexität hat aber auch meine Flasche am zweiten Tag (also mit viel Luft) wesentlich zugelegt. Bei den Punkten würde ich einen Halben oder sogar Ganzen dazugeben, aber Punkte sind ja relativ.
Liebe Grüße
weingeist
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olifant

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Re: Wiener Rotwein

BeitragMo 23. Nov 2015, 10:08

Servus weingeist,

ich trinke solche Sachen nur sehr sporadisch, meistens dann, wenn mich mein Neffe ob seines Studiums in Wien im Zuge eines Heimaturlaubs mit Wiener Weinen beschenkt. Bis dato hat er da ein glückliches Händchen bewiesen.
Wenn ich dann eine VKN dazu verfasse habe ich wohl weder regionale Erfahrung oder grossen Vergleich - insofern freut es mich, wenn der Wein, bzw. dessen Merkmale, in der Notiz für Andere wieder zu erkennen ist ;)
Und wie du treffend bemerkst, alle Punkte sind innerhalb gewisser Parameter Schall und Rauch - an einem anderen Tag wäre mein Eindruck vllt. noch besser ausgefallen.
Allem pseudoakademischen Gefasel zum Trotz, die Qualität des Roten aus Wien hatte mich absolut überrascht - anders als die der Weissen Wiener Gemischten Sätze - hier würde ich wohl fast grundsätzlich eine hohe Qualität erwarten.
Grüsse

Ralf
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weingeist

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Re: Wiener Rotwein

BeitragMo 23. Nov 2015, 13:37

Hi Ralf,

Überraschungen gibt's doch immer wieder. Das ist ja auch das Schöne am Thema Wein. Ich hatte auch schon einige (aber das sind dann wirklich schon Einzelfälle) sehr schöne Rotweine aus nördlicheren (österreichischen) Gegenden im Glas (und jetzt nicht aus dem hochgelobten "Mailberg Valley", das ja tatsächlich ein eigenes Mikroklima haben dürfte).
Liebe Grüße
weingeist
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olifant

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Re: Wiener Rotwein

BeitragDi 24. Nov 2015, 10:27

Hi weingeist,

da hab' ich doch Mailberg Valley glatt mal gegooglet - war mir gänzlich unbekannt, und ist hier im Forum wohl auch nicht so präsent, oder?
Aber auf die beknackte Idee ein Östereichisches Tal im Sinne einer Appellation als Valley zu titulieren, darauf können wohl nur Österreicher selbst kommen :lol: - oba sans dan a so guat d'Achterl aus'm Välley, ha?
Grüsse

Ralf
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Gerald

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Re: Wiener Rotwein

BeitragDi 24. Nov 2015, 10:57

Hallo Ralf,

da hab' ich doch Mailberg Valley glatt mal gegooglet - war mir gänzlich unbekannt, und ist hier im Forum wohl auch nicht so präsent, oder?


meiner Ansicht nach durchaus zu Recht, denn einen überzeugenden Wein von dort habe ich zumindest bisher noch nicht im Glas gehabt. Aber die Kellergasse in Mailberg ist sehr schön. ;)

Das "Valley" haben die Verantwortlichen damals wahrscheinlich für einen einprägsamen und verkaufsfördernden Namen gehalten. Besonders bei den Rotweinen hat man sich vor 20-30 Jahren vor allem am Ausland orientiert, autochthone Sorten waren wenig geschätzt, viele Winzer haben Cabernet und Merlot angepflanzt und die ersten Weine daraus voller Stolz präsentiert.

Inzwischen hat sich der Wind ja komplett gedreht, nun sind die autochthonen Sorten (allen voran der Blaufränkisch) die Stars. Weingüter, die sich in Sortenwahl, aber auch der öffentlichen Darstellung vor allem international orientiert haben (z.B. "United Vineyards" Pfneisl) tun sich inzwischen eher schwer (das genannte Weingut stand vor einigen Monaten bei einem Immobilienmakler zum Verkauf).

Grüße,
Gerald
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weingeist

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Re: Wiener Rotwein

BeitragDi 24. Nov 2015, 13:34

Hallo Gerald!
Gerald hat geschrieben:Das "Valley" haben die Verantwortlichen damals wahrscheinlich für einen einprägsamen und verkaufsfördernden Namen gehalten. Besonders bei den Rotweinen hat man sich vor 20-30 Jahren vor allem am Ausland orientiert, autochthone Sorten waren wenig geschätzt, viele Winzer haben Cabernet und Merlot angepflanzt und die ersten Weine daraus voller Stolz präsentiert.
Inzwischen hat sich der Wind ja komplett gedreht, nun sind die autochthonen Sorten (allen voran der Blaufränkisch) die Stars. Grüße, Gerald

Ja sicher, aber....gerade in dieser Gegend gab es früher (würde ich jetzt einmal vorsichtig behaupten) fast keinen Rotwein, nur Weißweine. Dann gab es Experimente mit roten Sorten, natürlich nicht unbedingt authochthonen Sorten, da mussten schon richtige Kaliber her, und die verliefen, zumindest aus Sicht der dortigen Winzer, vielversprechend. War aber auch nicht weiter verwundernd, als Vergleich nahm man ja Rote aus der Gegend, den Vergleich mit dem Burgenland wollte man sich kaum antun... ;)

Ich will hier keine Lanze für Rotweine aus dem Weinviertel brechen, nur authochthone Sorten hatten sie ja fast keine. Vielleicht einen Zweigelt, und zur Farbaufbesserung noch einen Blauburger, das war's dann bei den meisten Betrieben wohl auch schon.

Ausgangspunkt für meine Replik war für mich auch viel mehr die Anmerkung von Ralf, bezüglich des "nördlichen Breitengrades".... :lol:
Liebe Grüße
weingeist
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Philst

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Re: Wiener Rotwein

BeitragFr 7. Sep 2018, 09:18

Österreichische Weine, insbesondere Rotweine kommen bei mir recht selten ins Glas. Gestern hatte ich mal Lust auf "etwas anderes" und habe einen Zweigelt aufgezogen, genauer gesagt einen 2011er Blauer Zweigelt Bisamberg, Weingut Christ, Wien.

Der Wein kommt mit 13 Volumenprozent daher, wurde 18 Monate im großen Holzfass ausgebaut und unfiltriert abgefüllt, was man aber nicht sieht.

Sehr blickdichtes dunkles Rot mit etwas Blau und Violett. Die Nase verspricht saftige, beerige rote Früchte und etwas Holz. Im Mund dann wie in der Nase. Es dominiert eine intensive, saftige, leicht herbe Brombeerfrucht mit etwas Sauerkirsche. Die Säure wirkt anfangs etwas ruppig und grün, wird mit der Zeit aber weicher und bindet sich besser ein. Der Holzeinfluss geht zunächst eher in die Richtung eines alten, ganz leicht muffigen Fasses. Aber auch das wird mit Luft besser und tendiert später eher hin zu einer leicht stumpfen Kakaonote (nicht so wie Nesquik, sondern das Mundgefühl, wenn man etwas zu viel Kakaopulver auf dem Tiramisu hat :) ). Der Alkohol ist gut eingebunden, aber wenn er 14 % Alkohol gehabt hätte, hätte es mich aufgrund der Intensität auch nicht gewundert. Der Wein bleibt insgesamt saftig, eher etwas kernig und leicht rustikal. Auch wenn die Notiz sich vielleicht nicht so positiv liest, doch schon ein guter Wein mit einem erfreulichen Preis-Leistungsverhältnis (ca. 10,00 €).

Mit Zweigelt habe ich nicht so viel Erfahrung, dieser Zweigelt deckt sich aber grundsätzlich mit meinen bisherigen Verkostungserlebnissen, so dass ich eine gewisse Rebsortentypizität bejahen würde.
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weingeist

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Re: Wiener Rotwein

BeitragFr 7. Sep 2018, 14:33

Nachdem wir im Forum oft "motzen", dass zu Verkostungsbeiträgen fast nie Rückmeldungen kommen, nehme ich mich einmal selbst "in die Pficht", und gebe meinen Senf dazu.
Philst hat geschrieben:Der Holzeinfluss geht zunächst eher in die Richtung eines alten, ganz leicht muffigen Fasses.
Ohne jetzt hier eine Ferndiagnose abgeben zu wollen bzw. zu können, bin ich mir nicht sicher, ob die beschriebene Note nicht eher dem Jahrgang (wobei ich Alterung und Jahrgangsqualität meine) geschuldet ist.
Philst hat geschrieben:Der Alkohol ist gut eingebunden, aber wenn er 14 % Alkohol gehabt hätte, hätte es mich aufgrund der Intensität auch nicht gewundert.
Dann wird er wohl laut Analyse sowieso 13,5 % gehabt haben und der Winzer wollte seine "Wiener Klientel" nicht erschrecken... ;)
Liebe Grüße
weingeist
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Philst

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Re: Wiener Rotwein

BeitragFr 7. Sep 2018, 19:55

Hallo Weingeist,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Kannst du mir deine Einschätzung noch etwas erläutern? Sind 7 Jahre für einen Zweigelt zu viel? Ist Rotwein/Zweigelt aus Österreich bzw Wien 2011 bekannt dafür, schnell zu reifen und etwas matt zu werden?

Vielen Dank und beste Grüße

Philipp
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