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Wiener Gemischter Satz

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Gerald

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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragDi 2. Mai 2017, 08:46

Recht nett (aber auch nicht mehr) der "kleine" Gemischte Satz 2016 vom Mayer am Pfarrplatz:

Bild

Schon der dritte 2016er Weißwein aus Wien bzw. NÖ hintereinander ein bisschen enttäuschend, zumindest im Vergleich zu den vorherigen Jahrgängen. Dabei hätte man erwartet, dass der Jahrgang z.B. im Vergleich zu 2015 leichtere und trinkfreudigere Weine hervorbringen sollte. Leider aber oft mit fehlender Harmonie am Gaumen. Mal sehen, was die nächsten 2016er bringen, momentan kann ich mich aber mit dem Jahrgang noch nicht so richtig anfreunden ...

Grüße,
Gerald
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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragDi 2. Mai 2017, 10:31

Gerald hat geschrieben:Schon der dritte 2016er Weißwein aus Wien bzw. NÖ hintereinander ein bisschen enttäuschend, zumindest im Vergleich zu den vorherigen Jahrgängen. Dabei hätte man erwartet, dass der Jahrgang z.B. im Vergleich zu 2015 leichtere und trinkfreudigere Weine hervorbringen sollte. Leider aber oft mit fehlender Harmonie am Gaumen. Mal sehen, was die nächsten 2016er bringen, momentan kann ich mich aber mit dem Jahrgang noch nicht so richtig anfreunden ...


Zu österreichischen 2016ern kann ich derzeit noch nichts sagen, aber ich hätte auch gedacht bzw. gehofft, daß der aktuelle Jahrgang sich ein bißchen frischer zeigen müßte als 2015. Zumal ich aus NÖ einige recht anstrengende Weine aus 15 im Glas hatte. Wäre echt schade, wenn die Frische hier nicht wie gehofft wieder einziehen würde.

Einen winzigkleinen und daher noch nicht repräsentativen Eindruck habe ich für 16 bis jetzt nur aus Franken, der stützt aber die Erwartung meinerseits, daß die Weine wieder "trinkiger" sind. (Portugal noch ein bißchen, aber das ist ein ganz anderes Thema...)
Viele Grüße
Erich


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weingeist

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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragDi 2. Mai 2017, 12:43

Fehlende Harmonie, von der Gerald schreibt, muss aber nicht unbedingt "frische" (einAusdruck, wo ich jetzt einmal eine animierende Säurestruktur hineininterpretieren würde) bedeuten.

2016 Weiß in Gols am Wochenende war ebenfalls realtiv "durchwachsen". Das mit der "Harmonie" kann ich daher recht gut nachvollziehen, wobei mich da wirklich die Unterschiede in den einzelnen Weinen mehr irrtiert haben (kommt jetzt sicher eigenartig hinüber, ich kann es aber derzeit nicht besser ausdrücken). Ich wollte eigentlich mehr kaufen, habe mich dann aber sehr zurückgehalten. Welschriesling ist noch gegangen, wobei hier große geschmackliche und vereinzelt sortenuntypische Töne vorhanden waren, der große Rest, bis auf ganz wenige Ausnahmen, ging auch hier eher in die Richtung "fehlende Harmonie".
Liebe Grüße
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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragDi 2. Mai 2017, 16:46

weingeist hat geschrieben:Fehlende Harmonie, von der Gerald schreibt, muss aber nicht unbedingt "frische" (einAusdruck, wo ich jetzt einmal eine animierende Säurestruktur hineininterpretieren würde) bedeuten.


Da gebe ich dir grundsätzlich recht. Für mich gehört jedoch zu einem harmonischen Wein (den Begriff verwende ich nur nicht so) auch eine schöne Säurestruktur zwingend dazu. Die fehlte mir in 2015 bei doch einigen Weinen aus dem Donauraum, vornehmlich bei den (auch einfacheren) Sachen, die ich normalerweise in "frischer" kenne. Aber auch bei den etwas dichteren Gewächsen, fehlte manchmal die Säure, was die Weine dann breit und anstrengend bzw. auch unharmonisch macht.
Gerald hat von "leichteren, trinkfreudigen" Weinen gesprochen, die er sich wohl erhofft hat, das geht für mich grundsätzlich in die gleiche Richtung.
Viele Grüße
Erich


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Gerald

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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragSo 14. Mai 2017, 17:13

Gestern/vorgestern hatte ich den WGS Reisenberg vom Weingut Cobenzl aus 2016 im Glas, der mir bei der Präsentation im Wiener Rathaus (siehe eine Seite weiter vorne) sehr gut gefallen hat.

Bild

Die Aromatik ist tatsächlich sehr attraktiv, allerdings - wie die anderen bisher probierten 2016er in Weiß - am Gaumen nicht harmonisch. Jedenfalls kein Vergleich zu den vorherigen 3 Jahrgängen. Ob das reiner Zufall ist oder ob der 2016er-Jahrgang vielleicht durchgängig dieses Harmonieproblem hat? Ich werde noch ein bisschen probieren, bevor ich den Jahrgang ganz abschreibe ...

Auffällig aber auch der große Unterschied bei der Präsentation und bei der Nachverkostung zu Hause. Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass man bei der Verkostung mehrerer bis vieler Weine - mit Spucken natürlich - den Gaumeneindruck nur sehr unvollkommen erfassen kann und Enttäuschungen damit quasi vorprogrammiert sind. Das gilt höchstwahrscheinlich auch für die Verkostungsnotizen in Weinguides und erklärt auch, warum ich deren Weinbeschreibungen sehr oft überhaupt nicht nachvollziehen kann, wenn ich eine Flasche desselben Weins zuhause vor mir habe.

Grüße,
Gerald
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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragSo 14. Mai 2017, 17:29

Gerald hat geschrieben:Auffällig aber auch der große Unterschied bei der Präsentation und bei der Nachverkostung zu Hause. Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass man bei der Verkostung mehrerer bis vieler Weine - mit Spucken natürlich - den Gaumeneindruck nur sehr unvollkommen erfassen kann und Enttäuschungen damit quasi vorprogrammiert sind. Das gilt höchstwahrscheinlich auch für die Verkostungsnotizen in Weinguides und erklärt auch, warum ich deren Weinbeschreibungen sehr oft überhaupt nicht nachvollziehen kann, wenn ich eine Flasche desselben Weins zuhause vor mir habe.


2016er-mäßig kann ich zwar immer noch nicht wirklich mitreden, aber was das Verkostungsphänomen angeht, kann ich das durchaus nachempfinden. Bei mir kommt das klar auf die Tagesform an. Je schlechter ich geschmackstechnisch drauf bin (wodurch das im Einzelnen auch immer begründet sein mag), desto eher schmecken irgendwann alle Weine mehr oder weniger gleich. Spätestens dann weiß ich, daß das Ganze nun keinen Sinn mehr macht. Vor nicht allzu langer Zeit schmeckte bei einer regionalen Präsentation mit 40 interessanten Winzern quasi jeder Wein dünn und metallisch, das hat aber sicher nicht an der Qualität der Weine gelegen. Am nächsten Tag habe ich dann über 50 Weine probiert und alles war wunderbar...
Viele Grüße
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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragSa 26. Aug 2017, 14:00

Ziemlich spannend, wenn auch vielleicht nicht jedermanns Sache ist der WGS von Hajszan Neumann - aus biologisch-dynamischer Produktion. Die "Ecken und Kanten", wie auf der Website des Weinguts erwähnt, sind jedenfalls recht deutlich erkennbar.

Bild

Besonders ungewöhnlich ist für mich die Kombination aus kräftigem Körper und dem herb-strengen Gaumeneindruck (sonst eigentlich immer nur bei leichteren Weißweinen erlebt). Auf jeden Fall sollte man das Weingut weiter im Auge behalten.

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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragSo 22. Okt 2017, 10:32

Ein Wesen des Gemischten Satzes ist ja, dass es nur wenig Vorgaben an die darin enthaltenen Rebsorten gibt - dementsprechend vielfältig ist auch das Ergebnis (meiner bescheidenen Meinung nach ist das ein massiver Widerspruch zum DAC-Grundgedanken eines vorhersehbaren Geschmacksbildes, aber das ist offenbar schon lange vergessen :shock: ).

Der zuletzt getrunkene WGS Nussberg vom Roten Haus ist jedenfalls fast das Gegenteil zum einen Beitrag weiter oben beschriebenen "Kollegen" von Hajszan-Neumann:

Bild

Die Aromatik ist sehr zugänglich und beschwingt, man denkt unwillkürlich an an eine Operette. Aber der Tiefgang und die Ernsthaftigkeit eines guten Veltliners oder Rieslings fehlt doch ein bisschen. In ähnlicher Weise geht es am Gaumen weiter.

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Re: Wiener Gemischter Satz

BeitragSo 22. Okt 2017, 12:20

Gerald hat geschrieben:meiner bescheidenen Meinung nach ist das ein massiver Widerspruch zum DAC-Grundgedanken eines vorhersehbaren Geschmacksbildes, aber das ist offenbar schon lange vergessen :shock:


Am ehesten vorhersehbar ist das Geschmacksbild wahrscheinlich bei der neuen "Schilcherland DAC" :mrgreen:
Ansonsten sind die Streuungen so groß, bzw. die vermeintlichen Unterschiede so diffus, daß die DAC's aus meiner Sicht diesbezüglich völlig nichtssagend sind. Letztlich wird mit dem DAC-Kürzel bei einem Gutteil der Weine ein Qualitätsanspruch vorgegaukelt, der faktisch nicht gegeben ist. Bei vielen Leuten hat sich denn auch eingebrannt, daß DAC per se was besseres ist als der oridinäre Qualitätswein. So kommen dann ganze Regionen -konkret Carnuntum und Thermenregion- mittlerweile ins Hintertreffen bezüglich ihrer Reputation, nur weil's da gar keine DAC's gibt und auch von privater Seite kein "Premuim-Labeling" (wie Vinea Wachau, ÖTW oder STK) eingeführt wurde.
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Erich


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