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Weingut Bernhard Ernst

Neusiedlersee-Hügelland, Neusiedlersee, Mittelburgenland, Südburgenland
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Barrique-Haus

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Weingut Bernhard Ernst

BeitragDo 3. Apr 2014, 07:17

http://barriquehaus.de/2014/04/barrique ... g-zum-104/

Im tiefsten Osten Österreichs liegt in unmittelbarer Nähe zur Grenze Ungarns die Gemeinde Deutschkreutz im Mittelburgenland. Hier betreibt Bernhard Ernst seine „Garage Winery“ mit etwa 8ha Rebfläche. Das Gebiet ist traditionelles Blaufränkischland, diese Rebsorte ist in Deutschland unter dem Namen Lemberger besser bekannt. Zu 70% sind die Weinberge von Bernhard damit bepflanzt. Hinzu kommen 20% Zweigelt, die restlichen 10% teilen sich Cabernet Sauvignon, Merlot, Grüner Veltliner und Welschriesling. Die Reben sind im Schnitt über 35 Jahre alt.

Das Motto des Weingutes lautet <herkunft zählt>. Bernhards Anspruch sind: „burgenländische Weine voller Eleganz, Tiefgründigkeit und Finesse“. Dafür werden unter anderem alle Weine von Hand gelesen, spontan vergoren und lange auf der Hefe ausgebaut. Je nach Jahrgang erfolgt die Abfüllung möglichst unfiltriert, z.T. werden die Weine nach einer sehr alten Methode in kleinen offenen Holzbottichen vergoren. Prinzipiell sind die Weine von Bernhard Ernst sehr moderne Weine, die dabei jedoch stets rebsortentypisch und bodengeprägt entsprechend dem zugrundeliegenden Motto ausgerichtet sind.

Die beiden Basisweine, der „Grüne Veltliner“ 2012 und der „Blaufränkisch Deutschkreutz“ 2012, sind gehaltvolle und dichte Weine mit einem höheren Alkoholgehalt. Sie setzen auf viel Frucht in Verbindung mit herber Würze und deutlich spürbarer Mineralik ihrer Herkunft. Beileibe keine „spritzigen Leichtgewichte“, sondern kraftvolle und sättigende Kandidaten.

Die Lagenweine „Goldberg“ und „Hochberg“ bestehen zu 100% aus Blaufränkisch und benötigen einiges an Luftzufuhr bevor sie sich zeigen. Ein hoher Kalkgehalt prägt beide Lagen, ansonsten findet sich im „Goldberg“ schwerer Lehmboden und im „Hochberg“ ein sandig-lehmiger Löss. Der „Goldberg“ 2011 ist deutlich internationaler und gehaltvoller ausgerichtet als sein Bruder. Viel süßliche Frucht, warm und mit intensiverem Holzeinsatz. Schokolade, Röstaromen und Kaffee. Gut geschliffen mit elegantem Auftreten und spürbarer Mineralik des Bodens.

Ganz anders und kompromissloser der „Hochberg“ 2011, der unser persönliche Favorit ist. Bernhard selbst bezeichnet seine steilste Lage als den spannendsten Boden, der Weine mit: „unvergleichbarer Fruchtausprägung“ und „trinkanimierender Fruchtigkeit und Komplexität“ hervor bringt. Besser lässt sich das in so wenigen Worten nicht beschreiben. Ein bildschöner, zutiefst mineralischer Blaufränkisch im Pinot-Gewand. Hier ist <herkunft zählt> am besten umgesetzt.

In der Nase eine vielschichtige und edle Fruchtaromatik. Unterlegt von geballter Mineralität, zartem Holz und floralen-kräutrigen Aromen. Der Wein glänzt mit spielerischer Leichtigkeit, Schwere gibt es nicht. Kühl und mit rasiermesserscharfem Schliff, elegant und filigran. Frisch und säurebetont mit zupackender Salzigkeit im Abgang. Enormer Trinkfluss. Schlichtweg das absolute Gegenteil von Konzentration und Dichte. Ein Vorbild und wenn sich die Tiefe noch etwas mehr zeigt (mit zunehmender Reife) sind vielleicht sogar 96 Barrique-Haus Punkte drin. Wer von euch natürliche, kühle, mineralisch geprägte, leichte und elegant-filigrane Weine sucht und das nicht kauft ist selber schuld.
Viele Grüße
Das Barrique-Haus

http://barriquehaus.de/

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