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Oh Dae-Su

Re: Pinot weit weg

Do 29. Sep 2016, 15:13

Hallo zusammen,

heute soll es mal wieder nach Kalifornien gehen. Vor einigen Jahren wurde der 2006er hier im Thread schon mal besprochen. search.php?keywords=Goldeneye&t=1275&sf=msgonly

Goldeneye Winery Pinot Noir 2007, Anderson Valley


http://wine-zeit.blogspot.de/2016/09/go ... -2007.html

.....

Dunkles und sehr kräftig gesättigtes Granatrot mit vermutbarer Transparenz und reichlich Verfärbungen in der Koronalregion. So könnte man die momentane Farbe des Goldeneye Pinot ganz trefflich beschreiben. In der Nase konnte ich jede Menge an krudem und herb wirkenden Holz, Tabak, schüchternem Liebstöckel, Teer und so manche dunklen getrockneten Kirschen ausmachen. Dazu ein recht ätherisch-würziges Parfüm das mich an Trockenfleisch, etwas Moschus, getrocknetes Moos und einer erwähnenswerten Menge an Alkohol erinnerte. Nicht gerade unkomplex das Ganze. Aber auch nicht sonderlich harmonisch oder all zu sehr an Pinot Noir erinnernd. Am Gaumen wirkte er leider noch etwas alkoholischer. Frucht war bis auf die schon erwähnten getrockneten Kirschen und leicht angekochter Beerenfrucht kaum zu erschmecken. Dafür zeigte sich aber jede Menge an Teer, Tabak, leicht staubiger Erdigkeit, anstrengend süßes Karamell und weitere eher herb-holzige Attribute. Sein Tannin war immernoch ganz schön zünftig und die Säure durchaus präsent, wenn auch nicht sonderlich raffiniert wirkend. Der eigentliche Druck am Mittelgaumen war beachtlich, seine Länge hingegen leider nicht so sehr überzeugend. Viel erinnerte mich bei diesem Wein nicht an Pinot Noir. Auch nicht so sehr an kalifornischen Pinot Noir. Das muss ich leider zugeben. Diesen wichtigen Punkt außer Acht gelassen, konnte er sicherlich mit einigen beachtlichen und eher pinot-fernen kräftigen und würzigen Attributen aufwarten. Mehr als ein so la-la (-)-(o) konnte ich in ihm für mich und meine Zunge leider nicht entdecken.

Besten Gruss

Chris
Oh Dae-Su

Re: Pinot weit weg

Di 29. Jan 2013, 10:08

Hallo Lu,

super! Super, dass du die Flasche gleich aufgemacht hast! Nach einem weiteren Gebrauch des Wortes Super ist es mir in dieser Post dann aber nicht mehr wirklich ... leider!

Also, dieser große Bruder hört sich wirklich nach einem sehr gemeinen Kerl an! Ein richtiger Bully eben! Zwei Ausdrücke aus deiner VKN machen mir als Pinot Liebhaber richtig Angst: "Portweinareomen" und "Heiße Kandisnoten" :mrgreen: . Das sind wirklich Geschmacksaromen die ich in einem Pinot Noir (und eigentlichin den allermeisten Weinen) nicht suche und nicht finden will. Leider (oder Gott sei dank, wie man es sieht ;) ) kann ich mich an den "Genuss" des 2004ers (oder war es der 2003er) nicht mehr erinnern. Ich kann mich nur soweit erinnern, dass es einer der extremsten Pinots war die ich je getrunken habe, der mir, wie schon erwähnt, überhaupt nicht geschmeckt hat. Ohne den Goldeneye aktuell verkostet zu haben hört sich der Decoy für mich (natürlich nur gefühlt) schon etwas angenehmer an. Aber nur etwas ... :D . Schon alleine wegen dem angenehmeren Preis ...

Bezüglich der "Spätburgunder zu Hause" gebe ich dir natürlich recht. Da gibt es immer wieder feine Sachen! Natürlich, wie überall, auch seltsame. Aber sowas wie der Goldeneye ist mir in Deutschland, trotz vieler überholzter und überambitionierter Weine, noch nicht über den Weg gelaufen :lol: :(

Besten Gruss

Chris
weinstern

Re: Pinot weit weg

Mo 28. Jan 2013, 21:05

Goldeneye Pinot Noir 2006, Anderson Valley

Hallo,

nachdem der "große Bruder" Goldeneye erwähnt wurde und dieser schon bereitstand musste er dann auch dran glauben. Aber auch ich war eher enttäuscht, die Farbe war zwar tief und am Rande nur leicht aufgehellt ( typisch PN ???) aber schon die Nase war atypisch und erinnerte stark an Portweinareomen, die dannauch im Geschmack dominierten. Keine Spur von Pinot wie ich ihn mir vorstelle. Im Mund dann zwar schöne intensive dunkle Früchte im bester Portweinmanier, durchaus schöne Säure aber eben auch ein nicht wirklich gut eingebundener hoher Alkohol - die 14,5 auf dem Etikett wirken nur angenähert. Heiße Kandisnoten, kommen dann auf, Rösttöne - mir zuviel. Man wird schnell satt vom Wein - der Rest kam dezent dosiert an die Soße zum Hirschgulasch, da war er dann besser aufgehoben.

Leider waren meine Versuche Pinot weit weg bislang meist so, dass ich den Spätburgunder zu Hause zu schätzen weiss - ist ja auch nicht schlimm :)

Gruß

Lu
Oh Dae-Su

Re: Pinot weit weg

Sa 26. Jan 2013, 18:02

Hallo zusammen,

dieses Mal bei „Pinot weit weg“ mache ich gewissermaßen einen Abstecher in die Anfangszeiten meiner Weintrinkerkarriere. Damals, ich habe keine Ahnung in welchem Jahr das war, konnte ich bei einem Freund ein paar Tropfen Duckhorn Vineyards Cabernet Sauvignon 1997 aus dem Napa Valley schmarotzen. Wenn ich mich richtig erinnere, ich kann aber auch total falsch liegen, war das wahrscheinlich der erste hochklassige und teure Wein den ich bewusst verkostet habe. Ich meine nur positive Erinnerungen mit diesem "Wein-Anfixungserlebnis" zu verbinden ;-). Wie dem auch sei! Heute geht es natürlich nicht um Cabernet Sauvignon sondern um Pinot aus Weitwegien! Dennoch bleibt ein verbindendes Element: Duckhorn! Neben ihren Weinen aus Bordelaiser Rebsorten stellt Duckhorn auch zwei Pinot Noirs her. Zum einen den großen, fetten und extremen Goldeneye Pinot und zum anderen seinen kleinen Bruder den Decoy Pinot. Das Grundmaterial für beide Weine kommt aus dem Anderson Valley, der nördlichsten AVA Kaliforniens, in Mendocino County. Die extremen Pinots lassen wir heute mal extrem sein ;) und wenden uns dem kleinen Bruder zu. Mal sehen wie der sich so präsentierte:

Duckhorn Vineyards Decoy Pinot Noir 2008, Anderson Valley


Die Farbe des Decoy Pinot erwies sich als überraschend hell, sehr strahlend und nur in den Randregionen etwas gebräunt. Meine ersten nasalen Eindrücke waren für einen kalifornischen Pinot ungewöhnlich rauchig, ziemlich kühl, nicht sonderlich voluminös und sogar etwas rauch-speckig :shock: ! Die Frucht war intensiv und süß. Viel angekochte Erdbeeren und eher frische Himbeeren meinte ich erriechen zu können. Es mag sich vielleicht seltsam anhören, doch irgendwie erinnerte mich dieser Wein die ersten 2 bis 3 Stunden an einen etwas überambitionierten, was nicht so selten vorkommenen mag, mittelklassigen Spätburgunder aus den warmen Ecken des Markgräflerlands. Dieser seltsame Eindruck fand in den ersten Stunden beim Geschmack seine Fortsetzung! Das einzige was ihn vorneweg gleich unterschied war eine ausgesprochen kräftige Fruchtsüße, welche zwar im Mg-Land öfters mal vorkommt, aber ich nicht unüberlegt unmittelbar verbinden würde.

Mir persönlich hatte dieser Decoy Pinot viel zu viel Frucht (auch gekochte :? ) und Süße (zwar nicht kitschig, aber …neeee)! Das seltsame an der ganzen Sache war nur, dass es nicht nach „California Sweet'n'Fruity“ geschmeckt hat! Es war was anderes … Nun ja, zumindest gab es gewisse Anzeichen für kalkige mineralische Hintergrundtöne. Auch der Alkohol erschien mir ganz gut eingebunden. Die Konzentration und der Abgang hingegen war eher sehr moderat bis bescheiden! Am zweiten Tag legte sich die kräftige Süße ein wenig, aber mein Herz konnte dieser Wein keinesfalls mehr gewinnen! Zusammengefasst: ein einfältiger, sehr fruchtiger, unpräziser und langweiliger „Pinot weit weg“ der aber auch so garnichts mit seinem großen Bruder, dem Goldeneye, zu tun hat. Wobei ich dazu am Rande bemerken sollte, dass der mir bei einer einmaligen Verkostung vor ein paar Jahren ebenfalls überhaupt nicht gefallen hat … :( !

Ich würde nicht so weit gehen wollen den Decoy Pinot als eine „Attrappe“ eines Pinot Noirs zu bezeichnen. Dafür hatte er sicherlich genügende "echte" Pinot Eigenschaften. Eigentlich wäre mir danach diesen Wein wesentlich „blumiger“ zu umschreiben ;-). Leider kein so positives Erlebnis wie zu meinen Weinanfängen ...

Neben dem Decoy Pinot Noir hatte ich auch zwei wesentlich erwähnenswertere Pinots aus dem Burgund:

Domaine Vincent et Denis Berthaut Fixin Les Arvelets 1er Cru 1999, Fixin

Domaine Jean-Paul Magnien Chambolle-Musigny Les Sentiers 1er Cru 1999, Chambolle-Musigny


Und als die Zigarre danach den ernsten und würzigen:

Thelema Cabernet Sauvignon 2003, Stellenbosch

Zu den anderen erfahrt ihr hier mehr:

http://wine-zeit.blogspot.de/2013/01/du ... -noir.html

Besten Gruss

Chris

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